Sachsen-Anhalt · Uchte · ca. 37.850 Einwohner · AGS 15090535

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Stendal

Stendal ist eine Mittelstadt in Sachsen-Anhalt und liegt auf rund 33 m ü. NN in einer norddeutschen Tiefebene. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Uchte, rund 0,6 km vom Ortszentrum entfernt. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

43,7 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

27,2 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

89,6 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

55,8 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Stendal · örtliche Unsicherheit ±24 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Stendal

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Stendal verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 16 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2025); das stärkste erreichte 70,1 mm in 6 h am 11. Juli 2018 (SRI 7). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 26. Juni 2025jüngstes

    48,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 55 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 15. August 2022

    38,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 49 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 21. Juni 2021

    34,1 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen
  4. 11. Juli 2018stärkstes

    70,1 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 443 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 10. Juni 2018

    35,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 8 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 28. August 2016

    47,5 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 19 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  7. 13. Juni 2016

    60,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 57 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 27. Juli 2013

    48,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 82 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
8 weitere Ereignisse anzeigenWeniger anzeigen
  1. 27. Juli 2013

    35,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 34 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 6. Juni 2011

    46,0 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 33 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 8. August 2007

    35,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 16 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 15. Juni 2007

    59,2 mm in 18 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 126 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 25. August 2006

    45,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 48 Jahre · betroffene Fläche 8 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 22. Juli 2004

    44,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 48 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  7. 16. Juli 2002

    33,4 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 10. Juni 2002

    36,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 8 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Stendal

Die Tiefebene rund um Stendal ist überwiegend durch landwirtschaftliche Flächen und ein engmaschiges Grabennetz geprägt. Bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis sind nach KOSTRA-DWD-2020 rund 89,6 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – eine Menge, die Gräben und Kanalisation gleichermaßen überlasten kann.

Hochwasser in Stendal

Hochwasser in und um Stendal entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Storkau (Elbe, 10,2 km): 163 cm (Stand 20:00 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Stendal

In und um Stendal sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 39 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Stendal rund 8.705 Gebäude mit Wohnraum und 23.546 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Stendal ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Stendal verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden nehmen plötzlichen Starkregen schlechter auf – und rund 49 % der Menge eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können hier innerhalb einer Stunde fallen.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Stendal statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Stendal für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 43,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 43,7 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Stendal in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,418,223,125,629,2
30 min11,722,628,731,836,3
1 h14,127,234,538,343,7
2 h16,632,240,845,351,7
6 h21,341,352,358,166,3
12 h24,848,060,967,677,1
1 d28,955,870,878,589,6

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Stendal; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Stendal

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Stendal fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Stendal eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Stendal

536,0 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Stendal (2 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Stendal erreicht im Mittel 536,0 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Stendal (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Stendal zuletzt dokumentiert am 26. Juni 2025 mit 48,1 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Stendal – FAQ

Wie oft kommt es in Stendal zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Stendal zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 43,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Stendal bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Stendal bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 43,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 89,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 27,2 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Stendal hochwassergefährdet?+

Ob Stendal konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Stendal vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Stendal und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Stendal?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Stendal am 26. Juni 2025 (48,1 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 16 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 70,1 mm in 6 h am 11. Juli 2018 (SRI 7).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Für Kommunen · Sachsen-Anhalt

Was Stendal als Kommune leisten muss

Auch in Sachsen-Anhalt ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Stendal zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Stendal – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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