Bayern · Sims · ca. 10.558 Einwohner · AGS 09187177

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Stephanskirchen

Stephanskirchen ist eine Kleinstadt in Bayern und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

57,4 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

152,7 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

36,9 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

401,1

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Stephanskirchen · örtliche Unsicherheit ±31 %

Starkregen in Stephanskirchen

Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Stephanskirchen für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 152,7 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.

Hochwasser in Stephanskirchen

Hochwasser ist im alpennahen Süden Deutschlands, wo auch Stephanskirchen liegt, ein wiederkehrendes Thema: Alpines Schmelzwasser und intensive Dauerregenlagen können Flüsse rasch anschwellen lassen. Wie stark ein konkretes Grundstück betroffen ist, hängt von der Nähe zu Gewässern und deren Ausbauzustand ab.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Sims (ca. 0,5 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Stephanskirchen

Die hohe Versiegelung vieler Orte im süddeutschen Raum, zu denen auch Stephanskirchen zählt, verschärft das Überflutungsrisiko bei Starkregen: Regenwasser kann kaum versickern und sammelt sich in Senken, Unterführungen und Kellern. Kanalnetze sind meist auf deutlich seltenere Ereignisse ausgelegt, als sie hier statistisch vorkommen.

Das Ortszentrum liegt auf rund 476 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 80 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Stephanskirchen rund 2.868 Gebäude mit Wohnraum und 5.143 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Stephanskirchen zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Stephanskirchen statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Stephanskirchen für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 57,4 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 57,4 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Stephanskirchen in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min12,923,228,931,836,1
30 min16,429,436,740,445,8
1 h20,536,945,950,657,4
2 h25,545,857,163,071,4
6 h35,864,380,188,3100,1
12 h44,279,499,0109,1123,7
1 d54,698,1122,2134,8152,7

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Stephanskirchen; örtliche Unsicherheit ±31 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Stephanskirchen

1.259,4 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Riedering (2 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

14 → 14

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Stephanskirchen erreicht im Mittel 1.259,4 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Riedering (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Stephanskirchen zuletzt dokumentiert am 26. Juli 2025 mit 44,1 mm in 4 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 14 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Stephanskirchen

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Stephanskirchen verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 5 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2008–2025); das stärkste erreichte 38,5 mm in 1 h am 2. Juni 2008 (SRI 3).

  1. 26. Juli 2025

    44,1 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 23. April 2025

    26,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 2 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 1 · Starkregen
  3. 15. August 2023

    34,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 2 · Starkregen
  4. 4. Juli 2022

    28,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 36 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 2. Juni 2008

    38,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Stephanskirchen – FAQ

Wie oft kommt es in Stephanskirchen zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Stephanskirchen zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 57,4 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Stephanskirchen bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Stephanskirchen bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 57,4 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 152,7 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 36,9 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Stephanskirchen hochwassergefährdet?+

Ob Stephanskirchen konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Stephanskirchen vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Stephanskirchen und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Stephanskirchen?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Stephanskirchen am 26. Juli 2025 (44,1 mm in 4 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2008 5 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 38,5 mm in 1 h am 2. Juni 2008 (SRI 3).

Für Kommunen · Bayern

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Bayern aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Stephanskirchen – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.