Sachsen-Anhalt · Mühlgraben Roßla · ca. 8.829 Einwohner · AGS 15087412

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Südharz

Südharz ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

44,4 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

92,8 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

28,0 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

328,9

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Südharz · örtliche Unsicherheit ±22 %

Starkregen in Südharz

Südharz liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 44,4 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.

Hochwasser in Südharz

Hochwasser in und um Südharz entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Mühlgraben Roßla (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Südharz

In und um Südharz sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Das Ortszentrum liegt auf rund 152 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 207 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Südharz rund 3.639 Gebäude mit Wohnraum und 4.929 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Südharz verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Südharz statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Südharz für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 44,4 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 44,4 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Südharz in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,018,723,526,029,6
30 min12,423,229,232,336,8
1 h15,028,035,339,044,4
2 h17,833,341,946,352,7
6 h22,942,954,059,868,0
12 h26,850,263,269,979,5
1 d31,358,673,781,692,8

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Südharz; örtliche Unsicherheit ±22 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Südharz

630,2 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Questenberg-Agnesdorf (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Südharz erreicht im Mittel 630,2 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Questenberg-Agnesdorf (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Südharz zuletzt dokumentiert am 21. Juli 2024 mit 35,3 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Südharz

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Südharz verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 22 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2003–2024); das stärkste erreichte 65,5 mm in 1 h am 9. August 2020 (SRI 9).

  1. 21. Juli 2024

    35,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 31 Jahre · betroffene Fläche 70 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 16. August 2023

    25,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 16. August 2023

    28,1 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen
  4. 9. Juni 2021

    30,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 16 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 5. Juni 2021

    42,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 81 Jahre · betroffene Fläche 22 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 9. August 2020

    65,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit weit über 100 Jahre · betroffene Fläche 32 km²

    SRI 9 · extremer Starkregen
  7. 19. Mai 2017

    38,3 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 50 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 28. Mai 2016

    37,0 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 129 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  9. 4. August 2014

    35,7 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 2 · Starkregen
  10. 26. Juli 2013

    33,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 81 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  11. 5. Juli 2012

    29,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  12. 2. Mai 2012

    45,3 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 27 Jahre · betroffene Fläche 173 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  13. 4. September 2011

    36,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 34 Jahre · betroffene Fläche 197 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  14. 1. Juli 2009

    28,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  15. 3. Juli 2008

    48,5 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 26 Jahre · betroffene Fläche 195 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  16. 31. Mai 2008

    22,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  17. 13. Juli 2006

    42,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 80 Jahre · betroffene Fläche 25 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  18. 7. Juli 2006

    28,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  19. 28. Juli 2005

    23,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  20. 29. Mai 2005

    34,2 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 2 · Starkregen
  21. 10. Mai 2004

    71,4 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 80 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  22. 28. Juli 2003

    29,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Südharz – FAQ

Wie oft kommt es in Südharz zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Südharz zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 44,4 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Südharz bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Südharz bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 44,4 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 92,8 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,0 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Südharz hochwassergefährdet?+

Ob Südharz konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Südharz vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Südharz und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Südharz?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Südharz am 21. Juli 2024 (35,3 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2003 22 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 65,5 mm in 1 h am 9. August 2020 (SRI 9).

Für Kommunen · Sachsen-Anhalt

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Sachsen-Anhalt aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Südharz – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.