Sachsen-Anhalt · Mühlgraben Roßla · ca. 8.829 Einwohner · AGS 15087412

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Südharz

Südharz ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und liegt auf rund 152 m ü. NN in einer norddeutschen Tiefebene. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Mühlgraben Roßla, unmittelbar im Ortsbereich. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

44,4 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

28,0 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

92,8 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

58,6 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Südharz · örtliche Unsicherheit ±22 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Südharz

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Südharz verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 12 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2004–2024); das stärkste erreichte 65,5 mm in 1 h am 9. August 2020 (SRI 9). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 21. Juli 2024jüngstes

    35,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 31 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 5. Juni 2021

    42,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 81 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 9. August 2020stärkstes

    65,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit weit über 100 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 9 · extremer Starkregen
  4. 29. Mai 2016

    37,0 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 26. Juli 2013

    33,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 2. Mai 2012

    45,3 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 27 Jahre · betroffene Fläche 100 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  7. 4. September 2011

    44,3 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 91 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  8. 10. Juni 2010

    31,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 17 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
4 weitere Ereignisse anzeigenWeniger anzeigen
  1. 3. Juli 2008

    48,5 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 26 Jahre · betroffene Fläche 75 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  2. 13. Juli 2006

    43,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 38 Jahre · betroffene Fläche 8 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 29. Mai 2005

    34,2 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen
  4. 10. Mai 2004

    71,4 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 61 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Südharz

Die Tiefebene rund um Südharz ist überwiegend durch landwirtschaftliche Flächen und ein engmaschiges Grabennetz geprägt. Bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis sind nach KOSTRA-DWD-2020 rund 92,8 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – eine Menge, die Gräben und Kanalisation gleichermaßen überlasten kann.

Hochwasser in Südharz

Hochwasser in und um Südharz entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Überflutungsrisiko in Südharz

Überflutungsschwerpunkte in Südharz liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 207 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Südharz rund 3.639 Gebäude mit Wohnraum und 4.929 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Südharz ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel trifft die Tiefebene um Südharz an beiden Enden der Skala. Aufschlussreich ist der Abstand zwischen häufigem und seltenem Ereignis: Der 100-jährliche Stundenwert liegt nach KOSTRA-DWD-2020 beim 1,6-Fache des 10-jährlichen – Kanalnetze und Gräben, die für den Regelfall bemessen sind, geraten bei solchen Lagen an ihre Grenze.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Südharz statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Südharz für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 44,4 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 44,4 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Südharz in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,018,723,526,029,6
30 min12,423,229,232,336,8
1 h15,028,035,339,044,4
2 h17,833,341,946,352,7
6 h22,942,954,059,868,0
12 h26,850,263,269,979,5
1 d31,358,673,781,692,8

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Südharz; örtliche Unsicherheit ±22 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Südharz

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Südharz fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Südharz eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Südharz

630,2 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Questenberg-Agnesdorf (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Südharz erreicht im Mittel 630,2 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Questenberg-Agnesdorf (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Südharz zuletzt dokumentiert am 21. Juli 2024 mit 35,3 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Südharz – FAQ

Wie oft kommt es in Südharz zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Südharz zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 44,4 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Südharz bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Südharz bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 44,4 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 92,8 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,0 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Südharz hochwassergefährdet?+

Ob Südharz konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Südharz vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Südharz und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Südharz?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Südharz am 21. Juli 2024 (35,3 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2004 12 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 65,5 mm in 1 h am 9. August 2020 (SRI 9).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Für Kommunen · Sachsen-Anhalt

Was Südharz als Kommune leisten muss

Auch in Sachsen-Anhalt ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Südharz zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Südharz – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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