Mecklenburg-Vorpommern · Schleusengraben · ca. 1.092 Einwohner · AGS 13072104

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Tarnow

Tarnow ist eine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern und liegt in einer norddeutschen Küstenregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

40,7 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

87,1 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

25,6 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

298,9

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Tarnow · örtliche Unsicherheit ±23 %

Starkregen in Tarnow

In und um Tarnow können sich sommerliche Schauer und Gewitter durch die Nähe zum Meer rasch verstärken. Die KOSTRA-DWD-2020-Daten weisen für ein 100-jährliches Ereignis rund 87,1 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden aus – deutlich mehr, als die Entwässerungssysteme vieler flacher Küstenorte über einen so langen Zeitraum bewältigen können.

Hochwasser in Tarnow

Tarnow liegt in einer Küstenregion, in der neben klassischem Flusshochwasser auch Sturmfluten und ein hoher Grundwasserspiegel eine Rolle spielen. Ob und in welchem Umfang ein konkretes Grundstück gefährdet ist, hängt stark von der Lage zu Deichen, Gräben und Gewässern ab – die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes geben hierzu grundstücksgenaue Auskunft.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Schleusengraben (ca. 2,4 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Tarnow

In Tarnow sind es typischerweise Souterrainwohnungen, Tiefgaragen und tiefliegende Straßenzüge, die bei Starkregen zuerst volllaufen. Starkregengefahrenkarten zeigen für jedes Grundstück, wo sich Wasser bei seltenen und extremen Regenereignissen sammelt – eine wichtige Grundlage für Eigenvorsorge und kommunale Planung.

Das Ortszentrum liegt auf rund 13 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 59 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Tarnow rund 369 Gebäude mit Wohnraum und 527 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Für Norddeutschland und damit auch für die Region um Tarnow erwarten Klimamodelle des Deutschen Wetterdienstes intensivere Starkregenereignisse, mehr Winterniederschlag und einen steigenden Meeresspiegel, der Sturmfluten höher auflaufen lässt. Gleichzeitig zeigten die Sommer der vergangenen Jahre, dass auch der Norden zunehmend von Trockenperioden betroffen ist.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Tarnow statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Tarnow für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 40,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 40,7 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Tarnow in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,016,921,423,626,9
30 min11,221,126,629,533,6
1 h13,625,632,335,740,7
2 h16,230,538,542,648,5
6 h21,139,750,155,463,1
12 h24,846,758,965,274,2
1 d29,154,969,176,587,1

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Tarnow; örtliche Unsicherheit ±23 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Tarnow

628,3 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Boitin (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

2 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Tarnow erreicht im Mittel 628,3 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Boitin (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Tarnow zuletzt dokumentiert am 23. Mai 2016 mit 28,4 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 2 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 3 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Tarnow

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Tarnow verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 6 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2003–2016); das stärkste erreichte 32,6 mm in 1 h am 26. Mai 2009 (SRI 5).

  1. 23. Mai 2016

    28,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 7. August 2014

    36,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 23 Jahre · betroffene Fläche 73 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  3. 22. Juni 2011

    18,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 29 km²

    SRI 1 · Starkregen
  4. 26. Mai 2009

    32,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 32 Jahre · betroffene Fläche 71 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 24. August 2004

    20,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 2 · Starkregen
  6. 5. Juli 2003

    26,1 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Tarnow – FAQ

Wie oft kommt es in Tarnow zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Tarnow zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 40,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Tarnow bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Tarnow bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 40,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 87,1 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 25,6 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Tarnow hochwassergefährdet?+

Ob Tarnow konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Tarnow vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Tarnow und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Tarnow?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Tarnow am 23. Mai 2016 (28,4 mm in 2 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2003 6 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 32,6 mm in 1 h am 26. Mai 2009 (SRI 5).

Für Kommunen · Mecklenburg-Vorpommern

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Tarnow – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.