Tarnow ist eine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern und liegt auf rund 13 m ü. NN in einer norddeutschen Küstenregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Schleusengraben, rund 2,4 km vom Ortszentrum entfernt.
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 03:10 Uhr, Deutscher Wetterdienst
40,7 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
25,6 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
87,1 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
54,9 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Tarnow · örtliche Unsicherheit ±23 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Tarnow
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Tarnow verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 1 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2014–2014); das stärkste erreichte 36,5 mm in 2 h am 7. August 2014 (SRI 4). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Schleusengraben 2,4 km vom Ortszentrum entfernt, das Gelände fällt 59 Meter.
Bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten. Überflutungen entstehen hier durch Kanalüberstau und ausufernde Gewässer gleichermaßen.
Tarnow liegt in einer norddeutschen Küstenregion, in der sommerliche Gewitterlagen von Nordsee und Ostsee auf überwiegend flaches, drainageabhängiges Land treffen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 40,7 mm in einer Stunde möglich – eine Menge, die auf ebenem Gelände nur langsam abfließt und Kanalnetze schnell an ihre Grenzen bringt.
Tarnow liegt in einer Küstenregion, in der neben klassischem Flusshochwasser auch Sturmfluten und ein hoher Grundwasserspiegel eine Rolle spielen. Ob und in welchem Umfang ein konkretes Grundstück gefährdet ist, hängt stark von der Lage zu Deichen, Gräben und Gewässern ab – die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes geben hierzu grundstücksgenaue Auskunft.
Überflutungen abseits von Gewässern entstehen in Tarnow vor allem dort, wo Starkregen auf versiegelte, ebene Flächen trifft: in Unterführungen, Kellergeschossen und an Kanalisationstiefpunkten. Weil das Gefälle fehlt, das Wasser sonst rasch ableiten würde, sammelt es sich oft über längere Zeit in denselben Senken.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 59 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Tarnow rund 369 Gebäude mit Wohnraum und 527 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
2 → 3 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Auch im Norden verschieben sich die Extreme – Trockenperioden im Sommer auf der einen, intensivere Starkregenlagen auf der anderen Seite. Für Tarnow liegt der 100-jährliche Stundenwert nach KOSTRA-DWD-2020 beim 1,6-Fache des 10-jährlichen: Das seltene Ereignis, auf das kaum ein Kanalnetz ausgelegt ist, überschreitet den Planungsalltag deutlich.
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Tarnow für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 40,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 40,7 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Tarnow in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
9,0
16,9
21,4
23,6
26,9
30 min
11,2
21,1
26,6
29,5
33,6
1 h
13,6
25,6
32,3
35,7
40,7
2 h
16,2
30,5
38,5
42,6
48,5
6 h
21,1
39,7
50,1
55,4
63,1
12 h
24,8
46,7
58,9
65,2
74,2
1 d
29,1
54,9
69,1
76,5
87,1
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Tarnow; örtliche Unsicherheit ±23 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Tarnow
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Tarnow fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Tarnow eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Tarnow
628,3 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Boitin (4 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
2 → 3
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Tarnow erreicht im Mittel 628,3 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Boitin (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Tarnow zuletzt dokumentiert am 7. August 2014 mit 36,5 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 2 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 3 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Für Kommunen · Mecklenburg-Vorpommern
Was Tarnow als Kommune leisten muss
Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Tarnow zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.
Für Betriebe · Standortwarnung
Für Unternehmen in Tarnow
Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Tarnow – FAQ
Wie oft kommt es in Tarnow zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Tarnow zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 40,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Tarnow bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Tarnow bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 40,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 87,1 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 25,6 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Tarnow hochwassergefährdet?+
Ob Tarnow konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Tarnow vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Tarnow und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Tarnow am 7. August 2014 (36,5 mm in 2 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2014 1 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 36,5 mm in 2 h am 7. August 2014 (SRI 4).
Wie kann Tarnow ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Tarnow.