Amtliche Daten von DWD, BKG und Destatis

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Tübingen

Tübingen ist eine Mittelstadt in Baden-Württemberg und liegt auf rund 329 m ü. NN in einer süddeutschen, alpennahen Region. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Ammer, unmittelbar im Ortsbereich.

Amtliche Warnlage für den Landkreis Tübingen

Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.

Stand 19:10 Uhr, Deutscher Wetterdienst

48,0 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

30,5 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

110,6 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

70,3 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Tübingen · örtliche Unsicherheit ±24 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Tübingen

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Tübingen verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 19 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2024); das stärkste erreichte 71,9 mm in 2 h am 26. August 2002 (SRI 8). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 2. Mai 2024jüngstes

    39,7 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 27 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 30. Juni 2022

    41,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 43 Jahre · betroffene Fläche 29 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 24. Juni 2022

    38,6 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 23. Juni 2022

    48,3 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 24 Jahre · betroffene Fläche 45 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  5. 16. August 2020

    32,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 22. Juni 2019

    49,4 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 22 Jahre · betroffene Fläche 59 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  7. 8. Juni 2015

    47,9 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 5. September 2014

    57,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 90 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  9. 26. August 2002stärkstes

    71,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 58 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
10 weitere Ereignisse anzeigenWeniger anzeigen
  1. 28. Juli 2014

    64,6 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 21 Jahre · betroffene Fläche 777 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  2. 25. Juli 2013

    34,8 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 24. Juli 2013

    44,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 98 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 23. Juli 2013

    39,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 34 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 21. Mai 2012

    34,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 19 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 5. August 2011

    35,4 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 29. Juli 2011

    48,6 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 36 Jahre · betroffene Fläche 21 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 21. Juli 2006

    40,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  9. 12. Juni 2003

    62,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 51 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  10. 31. Juli 2002

    39,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 8 km²

    SRI 2 · Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen und Überflutung in Tübingen

Ammer mitten im Ort, das Gelände fällt 185 Meter.

Bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten. Überflutungen entstehen hier durch Kanalüberstau und ausufernde Gewässer gleichermaßen.

Ortszentrum
329 m ü. NN
Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis
185 m
Gebäude mit Wohnraum
13.968
Kartenausschnitt Tübingen mit Gewässern Tübingen
© GeoBasis-DE / BKG (2026), basemap.de, dl-de/by-2-0

Wo Starkregen in Tübingen zum Problem wird.

So viel Regen ist in Tübingen statistisch möglich

1 Stunde, alle 10 Jahre
30,5 mm
1 Stunde, alle 100 Jahre
48,0 mm
24 Stunden, alle 10 Jahre
70,3 mm
24 Stunden, alle 100 Jahre
110,6 mm
KOSTRA-DWD-2020, Rasterfeld Tübingen, örtliche Unsicherheit ±24 %

Starkregen in Tübingen

Tübingen liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region – einer der konvektionsreichsten Gegenden Deutschlands. Sommerliche Wärmegewitter erreichen hier überdurchschnittlich hohe Intensitäten. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 48,0 mm in einer Stunde möglich – Werte, die zu den höchsten unter deutschen Kommunen zählen.

Was „100-jährlich“ bedeutet So funktioniert das Frühalarmsystem
Kartenausschnitt Tübingen mit Gewässern Tübingen
Gewässer im Ortsbereich, hervorgehoben · © GeoBasis-DE / BKG (2026), basemap.de, dl-de/by-2-0

Hochwasser in Tübingen

Im süddeutschen, alpennahen Raum um Tübingen können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.

Hochwasserportal Baden-Württemberg mit amtlichen Gefahrenkarten (LUBW)
Kartenausschnitt Tübingen mit Gewässern Tübingen
Schematisch: Wasser breitet sich bei Starkregen entlang der Gewässer aus. Keine Simulation für Tübingen. Karte © GeoBasis-DE / BKG (2026), basemap.de, dl-de/by-2-0

Überflutungsrisiko in Tübingen

Die hohe Versiegelung vieler Orte im süddeutschen Raum, zu denen auch Tübingen zählt, verschärft das Überflutungsrisiko bei Starkregen: Regenwasser kann kaum versickern und sammelt sich in Senken, Unterführungen und Kellern. Kanalnetze sind meist auf deutlich seltenere Ereignisse ausgelegt, als sie hier statistisch vorkommen.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 185 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Tübingen rund 13.968 Gebäude mit Wohnraum und 45.896 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Zur Starkregengefahrenkarte Gefahrenkarte für Tübingen ansehen

Jahresniederschlag, Mittel 1991 bis 2020

Tübingen
730,6 mm
Deutschland
791 mm

5 → 6 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020

DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Tübingen zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden nehmen bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser auf – und rund 43 % der Menge eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können hier in einer Stunde fallen.

Zu den DWD-Referenzwerten für Tübingen

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Tübingen statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Tübingen für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 48,0 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 48,0 Litern pro Quadratmeter.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Tübingen in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,218,723,425,929,4
30 min13,224,430,633,838,4
1 h16,630,538,242,248,0
2 h20,237,246,651,558,5
6 h27,049,662,268,878,1
12 h32,159,174,181,993,0
1 d38,270,388,197,3110,6

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Tübingen; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Tübingen

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Tübingen fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Tübingen eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Tübingen

730,6 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Tübingen (Botanischer Garten) (2 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

5 → 6

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Tübingen erreicht im Mittel 730,6 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Tübingen (Botanischer Garten) (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Tübingen zuletzt dokumentiert am 2. Mai 2024 mit 39,7 mm in 4 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 5 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 6 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Für Kommunen · Baden-Württemberg

Was Tübingen als Kommune leisten muss

Auch in Baden-Württemberg ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Tübingen zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Für Betriebe · Standortwarnung

Für Unternehmen in Tübingen

Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Tübingen – FAQ

Wie oft kommt es in Tübingen zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Tübingen zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 48,0 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Tübingen bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Tübingen bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 48,0 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 110,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,5 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Tübingen hochwassergefährdet?+

Ob Tübingen konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Baden-Württemberg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Tübingen vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Tübingen und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Tübingen?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Tübingen am 2. Mai 2024 (39,7 mm in 4 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 19 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 71,9 mm in 2 h am 26. August 2002 (SRI 8).

Wie kann Tübingen ein Frühwarnsystem einführen?+

Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Tübingen.

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

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