Brandenburg · Randowgraben · ca. 2.412 Einwohner · AGS 12073579

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Uckerland

Uckerland ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

43,8 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

90,7 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

27,3 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

332,2

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Uckerland · örtliche Unsicherheit ±25 %

Starkregen in Uckerland

Die Tiefebene rund um Uckerland ist überwiegend durch landwirtschaftliche Flächen und ein engmaschiges Grabennetz geprägt. Bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis sind nach KOSTRA-DWD-2020 rund 90,7 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – eine Menge, die Gräben und Kanalisation gleichermaßen überlasten kann.

Hochwasser in Uckerland

In der Tiefebene um Uckerland steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Randowgraben (ca. 0,6 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Uckerland

Überflutungsschwerpunkte in Uckerland liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Das Ortszentrum liegt auf rund 53 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 63 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Uckerland rund 1.156 Gebäude mit Wohnraum und 1.614 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Uckerland verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Uckerland statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Uckerland für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 43,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 43,8 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Uckerland in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,718,623,626,229,9
30 min11,822,828,932,036,6
1 h14,227,334,638,343,8
2 h16,732,240,845,351,7
6 h21,541,552,658,366,5
12 h25,248,561,468,177,7
1 d29,456,671,779,590,7

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Uckerland; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Uckerland

542,9 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Uckerland-Karlstein (3 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 2

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Uckerland erreicht im Mittel 542,9 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Uckerland-Karlstein (3 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Uckerland zuletzt dokumentiert am 29. Juli 2023 mit 51,3 mm in 3 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 3 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 2 Tage (1991–2020) zurückgegangen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Uckerland

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Uckerland verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 16 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2001–2023); das stärkste erreichte 116,9 mm in 6 h am 19. August 2022 (SRI 10).

  1. 29. Juli 2023

    51,3 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 58 Jahre · betroffene Fläche 22 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 19. August 2022

    116,9 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit weit über 100 Jahre · betroffene Fläche 714 km²

    SRI 10 · extremer Starkregen
  3. 9. August 2020

    63,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 57 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  4. 19. Juli 2020

    41,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 35 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 12. Juni 2019

    26,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 41 km²

    SRI 2 · Starkregen
  6. 6. Juni 2017

    26,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 7. September 2014

    34,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 30 Jahre · betroffene Fläche 25 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  8. 3. August 2014

    63,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 27 km²

    SRI 9 · extremer Starkregen
  9. 30. Juli 2014

    36,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  10. 8. Juni 2011

    36,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 19 Jahre · betroffene Fläche 81 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  11. 30. Juni 2009

    44,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 25 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  12. 11. August 2007

    63,8 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 84 Jahre · betroffene Fläche 172 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  13. 28. Juli 2006

    38,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 53 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  14. 28. August 2002

    68,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 35 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  15. 8. August 2002

    44,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 35 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  16. 31. Mai 2001

    40,8 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 29 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Uckerland – FAQ

Wie oft kommt es in Uckerland zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Uckerland zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 43,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Uckerland bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Uckerland bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 43,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 90,7 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 27,3 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Uckerland hochwassergefährdet?+

Ob Uckerland konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Uckerland vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Uckerland und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Uckerland?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Uckerland am 29. Juli 2023 (51,3 mm in 3 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2001 16 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 116,9 mm in 6 h am 19. August 2022 (SRI 10).

Für Kommunen · Brandenburg

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Brandenburg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Uckerland – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.