Bayern · Wiesent · ca. 2.989 Einwohner · AGS 09472197

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Waischenfeld

Waischenfeld ist eine Gemeinde in Bayern und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

46,6 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

103,0 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

29,7 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

348,9

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Waischenfeld · örtliche Unsicherheit ±25 %

Starkregen in Waischenfeld

Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Waischenfeld für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 103,0 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.

Hochwasser in Waischenfeld

Im süddeutschen, alpennahen Raum um Waischenfeld können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Wiesent (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Waischenfeld

In Waischenfeld treffen intensive, kurze Starkregenereignisse häufig auf eng bebaute Ortskerne mit begrenzter Versickerungsfläche. Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht schnell genug ableiten kann, tritt Wasser an die Oberfläche – ein Muster, das die lokalen Starkregengefahrenkarten sichtbar machen.

Das Ortszentrum liegt auf rund 349 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 162 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Waischenfeld rund 1.024 Gebäude mit Wohnraum und 1.417 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Waischenfeld zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Waischenfeld statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Waischenfeld für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 46,6 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 46,6 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Waischenfeld in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,920,025,027,631,4
30 min13,524,630,834,038,6
1 h16,329,737,241,046,6
2 h19,435,544,449,155,7
6 h25,646,758,564,573,3
12 h30,355,469,376,686,9
1 d35,965,782,290,7103,0

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Waischenfeld; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Waischenfeld

729,3 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Ahorntal-Kirchahorn (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

5 → 5

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Waischenfeld erreicht im Mittel 729,3 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Ahorntal-Kirchahorn (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Waischenfeld zuletzt dokumentiert am 21. September 2025 mit 65,1 mm in 18 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 5 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Waischenfeld

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Waischenfeld verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 11 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2006–2025); das stärkste erreichte 57,2 mm in 2 h am 11. Juni 2007 (SRI 7).

  1. 21. September 2025

    65,1 mm in 18 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 2382 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 4. September 2025

    34,0 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 39 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 4. September 2024

    45,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 33 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 26. August 2022

    28,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 15. Juli 2018

    32,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 16 Jahre · betroffene Fläche 25 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 24. Juli 2017

    28,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 85 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 29. Juli 2014

    58,3 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 72 Jahre · betroffene Fläche 56 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 26. August 2010

    25,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 2 Jahre · betroffene Fläche 35 km²

    SRI 1 · Starkregen
  9. 21. Juli 2007

    31,9 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 2 · Starkregen
  10. 11. Juni 2007

    57,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 34 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  11. 16. Mai 2006

    48,9 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 65 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Waischenfeld – FAQ

Wie oft kommt es in Waischenfeld zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Waischenfeld zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 46,6 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Waischenfeld bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Waischenfeld bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 46,6 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 103,0 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 29,7 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Waischenfeld hochwassergefährdet?+

Ob Waischenfeld konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Waischenfeld vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Waischenfeld und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Waischenfeld?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Waischenfeld am 21. September 2025 (65,1 mm in 18 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2006 11 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 57,2 mm in 2 h am 11. Juni 2007 (SRI 7).

Für Kommunen · Bayern

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Bayern aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Waischenfeld – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.