Bayern · Wertach · ca. 1.156 Einwohner · AGS 09777179
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Wald
Wald ist eine Gemeinde in Bayern und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
52,1 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
139,6 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
34,0 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
364,4
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Wald · örtliche Unsicherheit ±30 %
Starkregen in Wald
Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Wald für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 139,6 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.
Hochwasser in Wald
Hochwasser ist im alpennahen Süden Deutschlands, wo auch Wald liegt, ein wiederkehrendes Thema: Alpines Schmelzwasser und intensive Dauerregenlagen können Flüsse rasch anschwellen lassen. Wie stark ein konkretes Grundstück betroffen ist, hängt von der Nähe zu Gewässern und deren Ausbauzustand ab.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Wertach (ca. 1,1 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).
Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete Bayern (IÜG)
Überflutungsrisiko in Wald
Die hohe Versiegelung vieler Orte im süddeutschen Raum, zu denen auch Wald zählt, verschärft das Überflutungsrisiko bei Starkregen: Regenwasser kann kaum versickern und sammelt sich in Senken, Unterführungen und Kellern. Kanalnetze sind meist auf deutlich seltenere Ereignisse ausgelegt, als sie hier statistisch vorkommen.
Das Ortszentrum liegt auf rund 801 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 118 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Wald rund 393 Gebäude mit Wohnraum und 531 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Wald zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Wald statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Wald für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 52,1 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 52,1 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 12,3 | 21,4 | 26,4 | 29,0 | 32,8 |
| 30 min | 15,7 | 27,2 | 33,5 | 36,8 | 41,6 |
| 1 h | 19,6 | 34,0 | 42,0 | 46,2 | 52,1 |
| 2 h | 24,4 | 42,3 | 52,3 | 57,5 | 64,8 |
| 6 h | 34,3 | 59,5 | 73,5 | 80,8 | 91,2 |
| 12 h | 42,5 | 73,7 | 91,0 | 100,0 | 112,9 |
| 1 d | 52,6 | 91,2 | 112,6 | 123,7 | 139,6 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Wald; örtliche Unsicherheit ±30 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Wald
1.480,4 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Görisried (4 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
17 → 16
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Wald erreicht im Mittel 1.480,4 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Görisried (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Wald zuletzt dokumentiert am 16. Mai 2024 mit 47,4 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 17 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 16 Tage (1991–2020) zurückgegangen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Wald
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Wald verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 4 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2004–2024); das stärkste erreichte 52,6 mm in 2 h am 5. August 2011 (SRI 5).
-
16. Mai 2024
47,4 mm in 2 h
SRI 3 · intensiver Starkregen -
15. Juni 2017
45,9 mm in 2 h
SRI 3 · intensiver Starkregen -
5. August 2011
52,6 mm in 2 h
SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen -
12. August 2004
35,6 mm in 1 h
SRI 3 · intensiver Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Wald – FAQ
Wie oft kommt es in Wald zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Wald zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 52,1 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Wald bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Wald bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 52,1 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 139,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 34,0 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Wald hochwassergefährdet?
Ob Wald konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Wald vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Wald und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Wald?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Wald am 16. Mai 2024 (47,4 mm in 2 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2004 4 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 52,6 mm in 2 h am 5. August 2011 (SRI 5).
Für Kommunen · Bayern
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Bayern aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Wald – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.