Baden-Württemberg · Burraubach · ca. 2.754 Einwohner · AGS 08437118

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Wald

Wald ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

48,7 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

110,8 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

31,5 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

360,0

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Wald · örtliche Unsicherheit ±29 %

Starkregen in Wald

Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Wald für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 110,8 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.

Hochwasser in Wald

Im süddeutschen, alpennahen Raum um Wald können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Burraubach (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Wald

In Wald treffen intensive, kurze Starkregenereignisse häufig auf eng bebaute Ortskerne mit begrenzter Versickerungsfläche. Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht schnell genug ableiten kann, tritt Wasser an die Oberfläche – ein Muster, das die lokalen Starkregengefahrenkarten sichtbar machen.

Das Ortszentrum liegt auf rund 660 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 71 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Wald rund 948 Gebäude mit Wohnraum und 1.228 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Wald zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Wald statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Wald für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 48,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 48,7 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Wald in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min11,820,926,028,632,4
30 min14,625,932,235,440,1
1 h17,731,539,143,048,7
2 h21,337,947,051,858,6
6 h28,450,362,568,877,8
12 h33,960,074,682,192,9
1 d40,471,688,997,9110,8

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Wald; örtliche Unsicherheit ±29 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Wald

882,4 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Herdwangen-Schönach (7 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

7 → 7

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Wald erreicht im Mittel 882,4 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Herdwangen-Schönach (7 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Wald zuletzt dokumentiert am 1. August 2025 mit 32,9 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 7 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Wald

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Wald verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 10 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2025); das stärkste erreichte 63,2 mm in 3 h am 3. Juli 2010 (SRI 6).

  1. 1. August 2025

    32,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 29 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 14. Juli 2025

    35,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 37 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 27. August 2022

    31,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 2 · Starkregen
  4. 5. Mai 2015

    52,8 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 140 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 4. Juli 2012

    33,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 3. Juli 2010

    63,2 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 84 Jahre · betroffene Fläche 21 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  7. 12. Juli 2006

    37,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 44 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 22. Juni 2005

    36,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 7. Juni 2003

    40,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 39 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  10. 31. Juli 2002

    46,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 78 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Wald – FAQ

Wie oft kommt es in Wald zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Wald zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 48,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Wald bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Wald bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 48,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 110,8 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 31,5 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Wald hochwassergefährdet?+

Ob Wald konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Baden-Württemberg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Wald vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Wald und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Wald?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Wald am 1. August 2025 (32,9 mm in 1 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 10 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 63,2 mm in 3 h am 3. Juli 2010 (SRI 6).

Für Kommunen · Baden-Württemberg

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Baden-Württemberg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Wald – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.