Niedersachsen · Große Beeke · ca. 29.803 Einwohner · AGS 03241019

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Wedemark

Wedemark ist eine Mittelstadt in Niedersachsen und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

41,0 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

89,6 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

26,4 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

308,9

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Wedemark · örtliche Unsicherheit ±25 %

Starkregen in Wedemark

Wedemark liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 41,0 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.

Hochwasser in Wedemark

Hochwasser in und um Wedemark entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Große Beeke (ca. 1,5 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Marklendorf (Aller, 15,4 km): 112 cm (Stand 00:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Wedemark

In und um Wedemark sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Das Ortszentrum liegt auf rund 57 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 48 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Wedemark rund 9.661 Gebäude mit Wohnraum und 14.414 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Wedemark verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Wedemark statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Wedemark für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 41,0 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 41,0 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Wedemark in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,017,922,324,527,8
30 min12,221,927,330,134,0
1 h14,726,432,836,241,0
2 h17,631,539,243,248,9
6 h23,041,251,356,664,1
12 h27,348,860,766,975,8
1 d32,257,771,879,189,6

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Wedemark; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Wedemark

672,8 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Wedemark-Elze (5 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

4 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Wedemark erreicht im Mittel 672,8 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Wedemark-Elze (5 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Wedemark zuletzt dokumentiert am 26. August 2022 mit 27,3 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 4 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 3 Tage (1991–2020) zurückgegangen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Wedemark

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Wedemark verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 20 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2022); das stärkste erreichte 89,7 mm in 18 h am 18. Januar 2007 (SRI 7).

  1. 26. August 2022

    27,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 21. Juni 2021

    44,7 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 145 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 14. August 2020

    36,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 53 Jahre · betroffene Fläche 49 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 9. August 2020

    36,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 49 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 15. Oktober 2019

    50,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 426 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 12. Juli 2019

    32,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 128 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  7. 15. Juni 2019

    26,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 40 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 10. März 2019

    29,5 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 29 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 21. Juli 2016

    48,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 94 Jahre · betroffene Fläche 85 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  10. 24. Juli 2014

    51,2 mm in 24 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 174 km²

    SRI 2 · Starkregen
  11. 3. Juli 2009

    46,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 22 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  12. 30. April 2009

    26,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 35 km²

    SRI 2 · Starkregen
  13. 18. Januar 2007

    89,7 mm in 18 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 4513 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  14. 27. Juli 2006

    23,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen
  15. 27. Juli 2006

    37,2 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  16. 1. Juli 2005

    21,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  17. 23. Juli 2004

    27,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  18. 10. September 2003

    71,7 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 63 Jahre · betroffene Fläche 421 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  19. 8. August 2002

    30,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 20 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  20. 18. Juni 2002

    19,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 1 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Wedemark – FAQ

Wie oft kommt es in Wedemark zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Wedemark zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 41,0 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Wedemark bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Wedemark bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 41,0 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 89,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 26,4 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Wedemark hochwassergefährdet?+

Ob Wedemark konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Niedersachsen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Wedemark vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Wedemark und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Wedemark?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Wedemark am 26. August 2022 (27,3 mm in 1 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 20 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 89,7 mm in 18 h am 18. Januar 2007 (SRI 7).

Für Kommunen · Niedersachsen

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Niedersachsen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Wedemark – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.