Nordrhein-Westfalen · Wende · ca. 19.415 Einwohner · AGS 05966028

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Wenden

Wenden ist eine Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen und liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

39,0 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

108,7 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

25,5 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

276,7

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Wenden · örtliche Unsicherheit ±24 %

Starkregen in Wenden

Die hügelige Topographie rund um Wenden begünstigt lokal begrenzte, aber intensive Starkregenzellen im Sommer. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 108,7 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden zu erwarten – Wassermassen, die an Hanglagen zusätzlich Erosion und Schlammabfluss auslösen können.

Hochwasser in Wenden

Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Wenden können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Wende (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Wenden

Die hügelige Umgebung von Wenden bedeutet, dass Starkregenwasser von den Hanglagen in tieferliegende Ortsteile fließt – auch dort, wo kein Bach in der Nähe ist. Starkregengefahrenkarten zeigen straßengenau, welche Fließwege und Einstauhöhen bei extremen Ereignissen zu erwarten sind.

Das Ortszentrum liegt auf rund 360 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 138 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Wenden rund 5.829 Gebäude mit Wohnraum und 8.691 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Auch in der Mittelgebirgsregion um Wenden verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Kommunen in ganz Deutschland sind mittlerweile verpflichtet, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf diese Entwicklung.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Wenden statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Wenden für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 39,0 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 39,0 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Wenden in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,516,320,122,124,9
30 min11,820,425,227,731,2
1 h14,825,531,534,639,0
2 h18,531,939,443,348,8
6 h26,445,556,161,669,5
12 h33,056,970,277,186,9
1 d41,371,287,896,4108,7

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Wenden; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Wenden

1.270,5 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Wenden-Dörnscheid (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

11 → 10

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Wenden erreicht im Mittel 1.270,5 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Wenden-Dörnscheid (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Wenden zuletzt dokumentiert am 6. Mai 2024 mit 44,0 mm in 6 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 11 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 10 Tage (1991–2020) zurückgegangen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Wenden

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Wenden verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 12 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2007–2024); das stärkste erreichte 61,5 mm in 2 h am 4. Juni 2021 (SRI 8).

  1. 6. Mai 2024

    44,0 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 91 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 25. August 2023

    33,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 71 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 22. Juni 2023

    26,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 98 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 4. Juni 2021

    61,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 338 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  5. 2. August 2019

    55,8 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 99 Jahre · betroffene Fläche 256 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 3. Juni 2019

    34,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 43 Jahre · betroffene Fläche 82 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  7. 7. Juni 2018

    44,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 89 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 5. Juni 2016

    25,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  9. 28. Juli 2014

    28,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 20 Jahre · betroffene Fläche 29 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  10. 23. August 2007

    36,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 20 Jahre · betroffene Fläche 41 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  11. 21. Juni 2007

    55,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 59 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  12. 9. Juni 2007

    31,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 30 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Wenden – FAQ

Wie oft kommt es in Wenden zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Wenden zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 39,0 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Wenden bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Wenden bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 39,0 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 108,7 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 25,5 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Wenden hochwassergefährdet?+

Ob Wenden konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Nordrhein-Westfalen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Wenden vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Wenden und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Wenden?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Wenden am 6. Mai 2024 (44,0 mm in 6 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2007 12 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 61,5 mm in 2 h am 4. Juni 2021 (SRI 8).

Für Kommunen · Nordrhein-Westfalen

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 und die NRW-Arbeitshilfe zum kommunalen Starkregenrisikomanagement beschreiben den anerkannten Handlungspfad: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Nordrhein-Westfalen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Wenden – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.