Niedersachsen · Sielhammer Tief · ca. 2.626 Einwohner · AGS 03462018
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Westerholt
Westerholt ist eine Gemeinde in Niedersachsen und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
41,3 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
96,8 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
26,3 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
310,0
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Westerholt · örtliche Unsicherheit ±26 %
Starkregen in Westerholt
Westerholt liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 41,3 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.
Hochwasser in Westerholt
In der Tiefebene um Westerholt steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Sielhammer Tief (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).
Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Langeoog (Nordsee, 15,1 km): 564 cm (Stand 22:24 Uhr; PEGELONLINE/WSV).
Umweltkarten Niedersachsen mit Hochwassergefahren- und Risikokarten (NLWKN)
Überflutungsrisiko in Westerholt
Überflutungsschwerpunkte in Westerholt liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.
Das Ortszentrum liegt auf rund 2 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 9 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Westerholt rund 1.008 Gebäude mit Wohnraum und 1.281 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
In der Region um Westerholt verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Westerholt statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Westerholt für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 41,3 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 41,3 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 9,7 | 17,8 | 22,3 | 24,6 | 27,9 |
| 30 min | 11,8 | 21,7 | 27,2 | 30,0 | 34,1 |
| 1 h | 14,3 | 26,3 | 32,9 | 36,4 | 41,3 |
| 2 h | 17,2 | 31,7 | 39,7 | 43,9 | 49,9 |
| 6 h | 23,1 | 42,5 | 53,3 | 58,9 | 66,9 |
| 12 h | 27,8 | 51,2 | 64,1 | 70,9 | 80,5 |
| 1 d | 33,4 | 61,6 | 77,1 | 85,2 | 96,8 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Westerholt; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Westerholt
899,6 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Dornum (6 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
4 → 4
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Westerholt erreicht im Mittel 899,6 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Dornum (6 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Westerholt zuletzt dokumentiert am 11. August 2002 mit 31,3 mm in 3 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 4 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Westerholt
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Westerholt verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 1 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2002); das stärkste erreichte 31,3 mm in 3 h am 11. August 2002 (SRI 2).
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11. August 2002
31,3 mm in 3 h
SRI 2 · Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Westerholt – FAQ
Wie oft kommt es in Westerholt zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Westerholt zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 41,3 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Westerholt bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Westerholt bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 41,3 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 96,8 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 26,3 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Westerholt hochwassergefährdet?
Ob Westerholt konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Niedersachsen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Westerholt vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Westerholt und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Westerholt?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Westerholt am 11. August 2002 (31,3 mm in 3 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 1 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 31,3 mm in 3 h am 11. August 2002 (SRI 2).
Für Kommunen · Niedersachsen
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Niedersachsen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Westerholt – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.