Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Wilhelmsfeld
Wilhelmsfeld ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und liegt auf rund 434 m ü. NN in einer süddeutschen, alpennahen Region. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Röschbach, rund 1,3 km vom Ortszentrum entfernt.
Amtliche Warnlage für den Landkreis Rhein-Neckar-Kreis
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 13:07 Uhr, Deutscher Wetterdienst
46,5 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
29,7 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
111,7 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
71,2 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Wilhelmsfeld · örtliche Unsicherheit ±26 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Wilhelmsfeld
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Wilhelmsfeld verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 1 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2002); das stärkste erreichte 59,9 mm in 24 h am 5. Oktober 2002 (SRI 2). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Röschbach 1,3 km vom Ortszentrum entfernt, das Gelände fällt 318 Meter.
Bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten. Überflutungen entstehen hier durch Kanalüberstau und ausufernde Gewässer gleichermaßen.
Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Wilhelmsfeld für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 111,7 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.
Im süddeutschen, alpennahen Raum um Wilhelmsfeld können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.
In Wilhelmsfeld treffen intensive, kurze Starkregenereignisse häufig auf eng bebaute Ortskerne mit begrenzter Versickerungsfläche. Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht schnell genug ableiten kann, tritt Wasser an die Oberfläche – ein Muster, das die lokalen Starkregengefahrenkarten sichtbar machen.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 318 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Wilhelmsfeld rund 1.019 Gebäude mit Wohnraum und 1.723 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
8 → 10 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Die konvektionsreiche Lage um Wilhelmsfeld macht den Abstand zwischen Alltag und Extremfall besonders spürbar: Nach KOSTRA-DWD-2020 erreicht der 100-jährliche Stundenwert das 1,6-Fache des 10-jährlichen. Hitze- und Trockenperioden nehmen parallel zu und verschlechtern die Aufnahmefähigkeit der Böden zusätzlich.
Wie viel Regen ist in Wilhelmsfeld statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Wilhelmsfeld für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 46,5 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 46,5 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Wilhelmsfeld in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
10,8
19,7
24,7
27,2
30,9
30 min
13,3
24,3
30,4
33,6
38,1
1 h
16,2
29,7
37,1
41,0
46,5
2 h
19,7
36,0
45,1
49,8
56,5
6 h
26,7
48,8
61,0
67,4
76,5
12 h
32,2
59,0
73,8
81,5
92,5
1 d
38,9
71,2
89,1
98,4
111,7
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Wilhelmsfeld; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Wilhelmsfeld
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Wilhelmsfeld fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Wilhelmsfeld eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Wilhelmsfeld erreicht im Mittel 1.134,2 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Wilhelmsfeld (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Wilhelmsfeld zuletzt dokumentiert am 5. Oktober 2002 mit 59,9 mm in 24 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 8 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 10 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Für Kommunen · Baden-Württemberg
Was Wilhelmsfeld als Kommune leisten muss
Auch in Baden-Württemberg ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Wilhelmsfeld zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.
Für Betriebe · Standortwarnung
Für Unternehmen in Wilhelmsfeld
Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Wilhelmsfeld – FAQ
Wie oft kommt es in Wilhelmsfeld zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Wilhelmsfeld zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 46,5 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Wilhelmsfeld bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Wilhelmsfeld bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 46,5 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 111,7 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 29,7 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Wilhelmsfeld hochwassergefährdet?+
Ob Wilhelmsfeld konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Baden-Württemberg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Wilhelmsfeld vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Wilhelmsfeld und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Wilhelmsfeld am 5. Oktober 2002 (59,9 mm in 24 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 1 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 59,9 mm in 24 h am 5. Oktober 2002 (SRI 2).
Wie kann Wilhelmsfeld ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Wilhelmsfeld.
Sie sind Vertreter einer Kommune, eines Landkreises oder eines Unternehmens? Wir zeigen Ihnen Anbindung, Kosten und Fördermöglichkeiten für Wilhelmsfeld.