Bayern · Sächsische Saale · ca. 1.857 Einwohner · AGS 09475189
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Zell im Fichtelgebirge
Zell im Fichtelgebirge ist eine Gemeinde in Bayern und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
47,3 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
109,8 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
30,0 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
346,7
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Zell im Fichtelgebirge · örtliche Unsicherheit ±26 %
Starkregen in Zell im Fichtelgebirge
Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Zell im Fichtelgebirge für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 109,8 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.
Hochwasser in Zell im Fichtelgebirge
Im süddeutschen, alpennahen Raum um Zell im Fichtelgebirge können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Sächsische Saale (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).
Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete Bayern (IÜG)
Überflutungsrisiko in Zell im Fichtelgebirge
In Zell im Fichtelgebirge treffen intensive, kurze Starkregenereignisse häufig auf eng bebaute Ortskerne mit begrenzter Versickerungsfläche. Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht schnell genug ableiten kann, tritt Wasser an die Oberfläche – ein Muster, das die lokalen Starkregengefahrenkarten sichtbar machen.
Das Ortszentrum liegt auf rund 621 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 279 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Zell im Fichtelgebirge rund 700 Gebäude mit Wohnraum und 970 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Zell im Fichtelgebirge zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Zell im Fichtelgebirge statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Zell im Fichtelgebirge für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 47,3 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 47,3 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 10,7 | 19,8 | 24,8 | 27,4 | 31,2 |
| 30 min | 13,3 | 24,6 | 30,8 | 34,1 | 38,7 |
| 1 h | 16,2 | 30,0 | 37,6 | 41,6 | 47,3 |
| 2 h | 19,6 | 36,2 | 45,5 | 50,3 | 57,1 |
| 6 h | 26,2 | 48,5 | 60,9 | 67,3 | 76,5 |
| 12 h | 31,4 | 58,1 | 73,0 | 80,7 | 91,7 |
| 1 d | 37,6 | 69,7 | 87,4 | 96,6 | 109,8 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Zell im Fichtelgebirge; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Zell im Fichtelgebirge
934,3 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Zell, Kreis Hof (im Ortsgebiet), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
7 → 7
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Zell im Fichtelgebirge erreicht im Mittel 934,3 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Zell, Kreis Hof (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Zell im Fichtelgebirge zuletzt dokumentiert am 9. Juni 2021 mit 62,7 mm in 4 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 7 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Zell im Fichtelgebirge
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Zell im Fichtelgebirge verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 2 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2013–2021); das stärkste erreichte 62,7 mm in 4 h am 9. Juni 2021 (SRI 6).
-
9. Juni 2021
62,7 mm in 4 h
SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen -
28. Juli 2013
39,1 mm in 4 h
SRI 2 · Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Zell im Fichtelgebirge – FAQ
Wie oft kommt es in Zell im Fichtelgebirge zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Zell im Fichtelgebirge zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 47,3 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Zell im Fichtelgebirge bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Zell im Fichtelgebirge bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 47,3 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 109,8 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,0 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Zell im Fichtelgebirge hochwassergefährdet?
Ob Zell im Fichtelgebirge konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Zell im Fichtelgebirge vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Zell im Fichtelgebirge und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Zell im Fichtelgebirge?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Zell im Fichtelgebirge am 9. Juni 2021 (62,7 mm in 4 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2013 2 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 62,7 mm in 4 h am 9. Juni 2021 (SRI 6).
Für Kommunen · Bayern
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Bayern aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Zell im Fichtelgebirge – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.