Brandenburg · Hammerfließ · ca. 4.168 Einwohner · AGS 12072014

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Baruth/Mark

Baruth/Mark ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

48,8 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

100,5 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

30,1 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

367,8

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Baruth/Mark · örtliche Unsicherheit ±27 %

Starkregen in Baruth/Mark

Starkregen in Baruth/Mark entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 30,1 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.

Hochwasser in Baruth/Mark

Hochwasser in und um Baruth/Mark entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Hammerfließ (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Baruth/Mark

In und um Baruth/Mark sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Das Ortszentrum liegt auf rund 57 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 52 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Baruth/Mark rund 1.524 Gebäude mit Wohnraum und 2.286 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Baruth/Mark verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Baruth/Mark statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Baruth/Mark für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 48,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 48,8 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Baruth/Mark in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,320,426,129,033,1
30 min12,725,132,035,640,7
1 h15,230,138,342,648,8
2 h17,935,545,350,357,6
6 h23,045,658,164,674,0
12 h26,853,267,875,486,3
1 d31,362,079,087,9100,5

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Baruth/Mark; örtliche Unsicherheit ±27 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Baruth/Mark

558,7 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Baruth (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Baruth/Mark erreicht im Mittel 558,7 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Baruth (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Baruth/Mark zuletzt dokumentiert am 25. Mai 2024 mit 48,0 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Baruth/Mark

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Baruth/Mark verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 19 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2024); das stärkste erreichte 45,3 mm in 1 h am 1. August 2002 (SRI 6).

  1. 25. Mai 2024

    48,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 40 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 11. September 2021

    40,6 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 45 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 25. Juli 2021

    34,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 19 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 10. August 2020

    37,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 27 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  5. 7. August 2019

    35,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 20 Jahre · betroffene Fläche 53 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  6. 28. Juli 2018

    27,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 28. Juli 2018

    28,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 2. Juni 2018

    39,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 33 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  9. 22. Juli 2017

    34,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 19 Jahre · betroffene Fläche 70 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  10. 16. August 2015

    49,9 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 33 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  11. 3. August 2014

    25,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  12. 31. Mai 2013

    31,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 29 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  13. 2. Mai 2012

    35,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  14. 15. Juni 2007

    58,6 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 31 Jahre · betroffene Fläche 244 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  15. 28. Mai 2007

    41,1 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 19 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  16. 13. Juli 2006

    38,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 32 Jahre · betroffene Fläche 23 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  17. 10. Juli 2005

    51,9 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 27 Jahre · betroffene Fläche 41 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  18. 5. Juni 2003

    38,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  19. 1. August 2002

    45,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 68 Jahre · betroffene Fläche 111 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Baruth/Mark – FAQ

Wie oft kommt es in Baruth/Mark zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Baruth/Mark zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 48,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Baruth/Mark bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Baruth/Mark bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 48,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 100,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,1 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Baruth/Mark hochwassergefährdet?+

Ob Baruth/Mark konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Baruth/Mark vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Baruth/Mark und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Baruth/Mark?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Baruth/Mark am 25. Mai 2024 (48,0 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 19 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 45,3 mm in 1 h am 1. August 2002 (SRI 6).

Für Kommunen · Brandenburg

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Brandenburg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Baruth/Mark – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.