Bayern · Rott · ca. 1.674 Einwohner · AGS 09277112

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Bayerbach

Bayerbach ist eine Gemeinde in Bayern und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

51,7 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

122,4 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

32,6 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

376,7

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Bayerbach · örtliche Unsicherheit ±27 %

Starkregen in Bayerbach

Bayerbach liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region – einer der konvektionsreichsten Gegenden Deutschlands. Sommerliche Wärmegewitter erreichen hier überdurchschnittlich hohe Intensitäten. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 51,7 mm in einer Stunde möglich – Werte, die zu den höchsten unter deutschen Kommunen zählen.

Hochwasser in Bayerbach

Im süddeutschen, alpennahen Raum um Bayerbach können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Rott (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Bayerbach

In Bayerbach treffen intensive, kurze Starkregenereignisse häufig auf eng bebaute Ortskerne mit begrenzter Versickerungsfläche. Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht schnell genug ableiten kann, tritt Wasser an die Oberfläche – ein Muster, das die lokalen Starkregengefahrenkarten sichtbar machen.

Das Ortszentrum liegt auf rund 353 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 182 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Bayerbach rund 573 Gebäude mit Wohnraum und 851 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Bayerbach zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Bayerbach statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Bayerbach für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 51,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 51,7 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Bayerbach in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min11,421,426,929,833,9
30 min14,226,733,637,142,3
1 h17,432,641,145,551,7
2 h21,139,649,855,162,8
6 h28,553,367,174,384,5
12 h34,264,280,889,4101,7
1 d41,277,297,2107,5122,4

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Bayerbach; örtliche Unsicherheit ±27 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Bayerbach

809,0 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Birnbach, Bad (5 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

6 → 7

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Bayerbach erreicht im Mittel 809,0 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Birnbach, Bad (5 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit etwa im Bereich des Deutschlandmittels von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Bayerbach zuletzt dokumentiert am 23. Juni 2021 mit 32,4 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 6 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 7 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Bayerbach

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Bayerbach verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 2 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2021–2021); das stärkste erreichte 32,4 mm in 2 h am 23. Juni 2021 (SRI 2).

  1. 23. Juni 2021

    32,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 10. Juni 2021

    32,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Bayerbach – FAQ

Wie oft kommt es in Bayerbach zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Bayerbach zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 51,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Bayerbach bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Bayerbach bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 51,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 122,4 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 32,6 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Bayerbach hochwassergefährdet?+

Ob Bayerbach konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Bayerbach vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Bayerbach und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Bayerbach?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Bayerbach am 23. Juni 2021 (32,4 mm in 2 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2021 2 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 32,4 mm in 2 h am 23. Juni 2021 (SRI 2).

Für Kommunen · Bayern

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Bayern aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Bayerbach – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.