Bayern · Kößlarner Bach · ca. 1.867 Einwohner · AGS 09275131

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Kößlarn

Kößlarn ist eine Gemeinde in Bayern und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

52,2 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

122,6 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

32,9 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

381,1

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Kößlarn · örtliche Unsicherheit ±28 %

Starkregen in Kößlarn

Starkregen in Kößlarn entsteht überwiegend durch sommerliche Gewitterlagen, die im süddeutschen Raum besonders häufig und intensiv auftreten. Bereits ein statistisch alle 10 Jahre zu erwartendes Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 rund 32,9 mm in einer Stunde – deutlich mehr, als in weiten Teilen Norddeutschlands üblich ist.

Hochwasser in Kößlarn

Hochwasser ist im alpennahen Süden Deutschlands, wo auch Kößlarn liegt, ein wiederkehrendes Thema: Alpines Schmelzwasser und intensive Dauerregenlagen können Flüsse rasch anschwellen lassen. Wie stark ein konkretes Grundstück betroffen ist, hängt von der Nähe zu Gewässern und deren Ausbauzustand ab.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Kößlarner Bach (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Kößlarn

Die hohe Versiegelung vieler Orte im süddeutschen Raum, zu denen auch Kößlarn zählt, verschärft das Überflutungsrisiko bei Starkregen: Regenwasser kann kaum versickern und sammelt sich in Senken, Unterführungen und Kellern. Kanalnetze sind meist auf deutlich seltenere Ereignisse ausgelegt, als sie hier statistisch vorkommen.

Das Ortszentrum liegt auf rund 427 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 163 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Kößlarn rund 740 Gebäude mit Wohnraum und 964 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Kößlarn zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Kößlarn statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Kößlarn für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 52,2 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 52,2 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Kößlarn in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min11,521,627,230,134,3
30 min14,426,933,937,542,6
1 h17,632,941,445,852,2
2 h21,339,950,255,563,2
6 h28,653,667,474,684,9
12 h34,364,481,089,7102,1
1 d41,277,397,3107,7122,6

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Kößlarn; örtliche Unsicherheit ±28 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Kößlarn

828,2 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Rotthalmünster (5 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

7 → 7

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Kößlarn erreicht im Mittel 828,2 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Rotthalmünster (5 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Kößlarn zuletzt dokumentiert am 4. Juni 2008 mit 56,9 mm in 9 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 7 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Kößlarn

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Kößlarn verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 2 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2007–2008); das stärkste erreichte 77,5 mm in 4 h am 25. Mai 2007 (SRI 7).

  1. 4. Juni 2008

    56,9 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 59 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 25. Mai 2007

    77,5 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 128 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Kößlarn – FAQ

Wie oft kommt es in Kößlarn zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Kößlarn zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 52,2 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Kößlarn bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Kößlarn bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 52,2 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 122,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 32,9 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Kößlarn hochwassergefährdet?+

Ob Kößlarn konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Kößlarn vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Kößlarn und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Kößlarn?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Kößlarn am 4. Juni 2008 (56,9 mm in 9 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2007 2 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 77,5 mm in 4 h am 25. Mai 2007 (SRI 7).

Für Kommunen · Bayern

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Bayern aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Kößlarn – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.