Bayern · Entenaubach · ca. 3.331 Einwohner · AGS 09276116

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Bischofsmais

Bischofsmais ist eine Gemeinde in Bayern und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

48,4 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

127,5 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

31,0 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

338,9

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Bischofsmais · örtliche Unsicherheit ±27 %

Starkregen in Bischofsmais

Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Bischofsmais für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 127,5 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.

Hochwasser in Bischofsmais

Im süddeutschen, alpennahen Raum um Bischofsmais können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Entenaubach (ca. 0,8 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Deggendorf (Donau, 13,4 km): 152 cm (Stand 23:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Bischofsmais

In Bischofsmais treffen intensive, kurze Starkregenereignisse häufig auf eng bebaute Ortskerne mit begrenzter Versickerungsfläche. Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht schnell genug ableiten kann, tritt Wasser an die Oberfläche – ein Muster, das die lokalen Starkregengefahrenkarten sichtbar machen.

Das Ortszentrum liegt auf rund 675 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 414 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Bischofsmais rund 1.080 Gebäude mit Wohnraum und 1.621 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Bischofsmais zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Bischofsmais statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Bischofsmais für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 48,4 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 48,4 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Bischofsmais in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,819,524,426,930,5
30 min13,724,830,934,138,7
1 h17,131,038,742,748,4
2 h21,338,548,052,960,0
6 h29,853,867,174,083,9
12 h36,766,382,891,3103,5
1 d45,281,7102,0112,5127,5

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Bischofsmais; örtliche Unsicherheit ±27 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Bischofsmais

1.227,2 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Bischofsmais (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

12 → 12

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Bischofsmais erreicht im Mittel 1.227,2 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Bischofsmais (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Bischofsmais zuletzt dokumentiert am 15. August 2023 mit 60,4 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 12 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Bischofsmais

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Bischofsmais verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 11 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2001–2023); das stärkste erreichte 65,9 mm in 2 h am 20. Juni 2012 (SRI 7).

  1. 15. August 2023

    60,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 62 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 8. Juni 2023

    39,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 12. Juni 2018

    44,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 21 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  4. 20. Juni 2012

    65,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 765 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 1. Juli 2009

    35,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 20 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  6. 10. Juni 2007

    39,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 34 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  7. 27. Juli 2006

    31,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  8. 20. Januar 2005

    41,5 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 44 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 23. September 2004

    42,2 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 54 km²

    SRI 2 · Starkregen
  10. 13. Juli 2002

    34,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 43 km²

    SRI 2 · Starkregen
  11. 17. August 2001

    26,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Bischofsmais – FAQ

Wie oft kommt es in Bischofsmais zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Bischofsmais zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 48,4 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Bischofsmais bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Bischofsmais bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 48,4 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 127,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 31,0 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Bischofsmais hochwassergefährdet?+

Ob Bischofsmais konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Bischofsmais vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Bischofsmais und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Bischofsmais?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Bischofsmais am 15. August 2023 (60,4 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2001 11 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 65,9 mm in 2 h am 20. Juni 2012 (SRI 7).

Für Kommunen · Bayern

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Bayern aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Bischofsmais – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.