Brandenburg · Dahme · ca. 4.957 Einwohner · AGS 12072053

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Dahme/Mark

Dahme/Mark ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

49,0 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

99,5 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

30,3 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

377,8

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Dahme/Mark · örtliche Unsicherheit ±26 %

Starkregen in Dahme/Mark

Starkregen in Dahme/Mark entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 30,3 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.

Hochwasser in Dahme/Mark

In der Tiefebene um Dahme/Mark steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Dahme (ca. 0,5 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Dahme/Mark

Überflutungsschwerpunkte in Dahme/Mark liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Das Ortszentrum liegt auf rund 87 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 44 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Dahme/Mark rund 1.637 Gebäude mit Wohnraum und 2.783 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Dahme/Mark verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Dahme/Mark statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Dahme/Mark für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 49,0 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 49,0 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Dahme/Mark in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,721,026,729,734,0
30 min13,025,532,536,141,3
1 h15,430,338,642,949,0
2 h18,135,645,450,457,6
6 h23,145,557,964,473,6
12 h26,953,067,474,985,6
1 d31,361,578,387,199,5

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Dahme/Mark; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Dahme/Mark

573,7 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Dahme (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Dahme/Mark erreicht im Mittel 573,7 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Dahme (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Dahme/Mark zuletzt dokumentiert am 21. Juli 2024 mit 32,1 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Dahme/Mark

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Dahme/Mark verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 15 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2003–2024); das stärkste erreichte 77,3 mm in 6 h am 13. Juni 2020 (SRI 7).

  1. 21. Juli 2024

    32,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 23 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 15. August 2022

    63,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 96 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 13. Juni 2020

    77,3 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 216 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 2. Juni 2018

    46,1 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 16 Jahre · betroffene Fläche 33 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 30. Mai 2018

    42,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 48 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 12. Juli 2017

    35,1 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 22 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 1. Juni 2016

    46,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 70 Jahre · betroffene Fläche 41 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 11. Juli 2014

    46,6 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 33 Jahre · betroffene Fläche 80 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  9. 8. Juni 2013

    25,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  10. 23. Juli 2010

    55,4 mm in 24 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 208 km²

    SRI 2 · Starkregen
  11. 8. August 2007

    59,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 47 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  12. 31. Juli 2006

    26,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 2 · Starkregen
  13. 18. Juli 2005

    34,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 27 km²

    SRI 2 · Starkregen
  14. 8. Juli 2004

    48,9 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 21 Jahre · betroffene Fläche 78 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  15. 27. Juli 2003

    47,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 38 Jahre · betroffene Fläche 84 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Dahme/Mark – FAQ

Wie oft kommt es in Dahme/Mark zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Dahme/Mark zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 49,0 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Dahme/Mark bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Dahme/Mark bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 49,0 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 99,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,3 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Dahme/Mark hochwassergefährdet?+

Ob Dahme/Mark konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Dahme/Mark vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Dahme/Mark und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Dahme/Mark?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Dahme/Mark am 21. Juli 2024 (32,1 mm in 1 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2003 15 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 77,3 mm in 6 h am 13. Juni 2020 (SRI 7).

Für Kommunen · Brandenburg

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Brandenburg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Dahme/Mark – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.