Brandenburg · Schweinitzer Fließ · ca. 793 Einwohner · AGS 12062289
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Lebusa
Lebusa ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
49,6 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
99,8 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
30,6 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
385,6
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Lebusa · örtliche Unsicherheit ±26 %
Starkregen in Lebusa
Die Tiefebene rund um Lebusa ist überwiegend durch landwirtschaftliche Flächen und ein engmaschiges Grabennetz geprägt. Bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis sind nach KOSTRA-DWD-2020 rund 99,8 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – eine Menge, die Gräben und Kanalisation gleichermaßen überlasten kann.
Hochwasser in Lebusa
Hochwasser in und um Lebusa entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Schweinitzer Fließ (ca. 1,0 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).
Kartendienst Hochwasserrisikomanagement des Landes Brandenburg (LfU)
Überflutungsrisiko in Lebusa
In und um Lebusa sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.
Das Ortszentrum liegt auf rund 102 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 59 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Lebusa rund 330 Gebäude mit Wohnraum und 398 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
In der Region um Lebusa verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Lebusa statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Lebusa für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 49,6 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 49,6 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 10,8 | 21,4 | 27,3 | 30,4 | 34,7 |
| 30 min | 13,1 | 25,9 | 33,0 | 36,6 | 41,9 |
| 1 h | 15,5 | 30,6 | 39,0 | 43,4 | 49,6 |
| 2 h | 18,2 | 35,9 | 45,7 | 50,8 | 58,1 |
| 6 h | 23,1 | 45,7 | 58,2 | 64,7 | 74,0 |
| 12 h | 26,9 | 53,1 | 67,6 | 75,2 | 86,0 |
| 1 d | 31,2 | 61,6 | 78,5 | 87,2 | 99,8 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Lebusa; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Lebusa
598,3 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Hohenbucko (5 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
3 → 3
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Lebusa erreicht im Mittel 598,3 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Hohenbucko (5 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Lebusa zuletzt dokumentiert am 29. Juli 2019 mit 41,6 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Lebusa
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Lebusa verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 5 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2019); das stärkste erreichte 41,6 mm in 1 h am 29. Juli 2019 (SRI 5).
-
29. Juli 2019
41,6 mm in 1 h
SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen -
25. August 2012
34,1 mm in 1 h
SRI 3 · intensiver Starkregen -
24. August 2011
37,6 mm in 1 h
SRI 4 · intensiver Starkregen -
6. Juli 2006
32,1 mm in 1 h
SRI 3 · intensiver Starkregen -
1. August 2002
38,7 mm in 1 h
SRI 4 · intensiver Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Lebusa – FAQ
Wie oft kommt es in Lebusa zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Lebusa zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 49,6 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Lebusa bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Lebusa bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 49,6 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 99,8 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,6 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Lebusa hochwassergefährdet?
Ob Lebusa konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Lebusa vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Lebusa und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Lebusa?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Lebusa am 29. Juli 2019 (41,6 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 5 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 41,6 mm in 1 h am 29. Juli 2019 (SRI 5).
Für Kommunen · Brandenburg
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Brandenburg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Lebusa – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.