Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Garmisch-Partenkirchen
Garmisch-Partenkirchen ist eine Mittelstadt in Bayern und liegt auf rund 703 m ü. NN in einer süddeutschen, alpennahen Region. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Partnach, unmittelbar im Ortsbereich.
Amtliche Warnlage für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 13:34 Uhr, Deutscher Wetterdienst
51,1 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
33,7 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
146,2 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
96,4 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Garmisch-Partenkirchen · örtliche Unsicherheit ±29 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Garmisch-Partenkirchen
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Garmisch-Partenkirchen verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 52 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2001–2024); das stärkste erreichte 144,0 mm in 1 h am 20. Juni 2012 (SRI 11). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Starkregen und Überflutung in Garmisch-Partenkirchen
Partnach mitten im Ort, das Gelände fällt 1077 Meter.
Bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten. Überflutungen entstehen hier durch Kanalüberstau und ausufernde Gewässer gleichermaßen.
Starkregen in Garmisch-Partenkirchen entsteht überwiegend durch sommerliche Gewitterlagen, die im süddeutschen Raum besonders häufig und intensiv auftreten. Bereits ein statistisch alle 10 Jahre zu erwartendes Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 rund 33,7 mm in einer Stunde – deutlich mehr, als in weiten Teilen Norddeutschlands üblich ist.
Hochwasser ist im alpennahen Süden Deutschlands, wo auch Garmisch-Partenkirchen liegt, ein wiederkehrendes Thema: Alpines Schmelzwasser und intensive Dauerregenlagen können Flüsse rasch anschwellen lassen. Wie stark ein konkretes Grundstück betroffen ist, hängt von der Nähe zu Gewässern und deren Ausbauzustand ab.
In Garmisch-Partenkirchen treffen intensive, kurze Starkregenereignisse häufig auf eng bebaute Ortskerne mit begrenzter Versickerungsfläche. Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht schnell genug ableiten kann, tritt Wasser an die Oberfläche – ein Muster, das die lokalen Starkregengefahrenkarten sichtbar machen.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 1077 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Garmisch-Partenkirchen rund 5.410 Gebäude mit Wohnraum und 17.235 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
16 → 16 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Garmisch-Partenkirchen zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden nehmen bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser auf – und rund 35 % der Menge eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können hier in einer Stunde fallen.
Wie viel Regen ist in Garmisch-Partenkirchen statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Garmisch-Partenkirchen für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 51,1 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 51,1 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Garmisch-Partenkirchen in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
12,5
21,3
26,2
28,7
32,3
30 min
15,7
26,8
32,9
36,1
40,7
1 h
19,8
33,7
41,4
45,4
51,1
2 h
24,9
42,4
52,1
57,1
64,3
6 h
35,8
60,9
74,9
82,1
92,5
12 h
45,0
76,6
94,2
103,2
116,3
1 d
56,6
96,4
118,4
129,8
146,2
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Garmisch-Partenkirchen; örtliche Unsicherheit ±29 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Garmisch-Partenkirchen
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Garmisch-Partenkirchen fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Garmisch-Partenkirchen eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Garmisch-Partenkirchen
1.379,4 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Garmisch-Partenkirchen (3 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
16 → 16
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Garmisch-Partenkirchen erreicht im Mittel 1.379,4 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Garmisch-Partenkirchen (3 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Garmisch-Partenkirchen zuletzt dokumentiert am 2. September 2024 mit 45,7 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 16 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Für Kommunen · Bayern
Was Garmisch-Partenkirchen als Kommune leisten muss
Auch in Bayern ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Garmisch-Partenkirchen zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.
Für Betriebe · Standortwarnung
Für Unternehmen in Garmisch-Partenkirchen
Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Garmisch-Partenkirchen – FAQ
Wie oft kommt es in Garmisch-Partenkirchen zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Garmisch-Partenkirchen zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 51,1 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Garmisch-Partenkirchen bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Garmisch-Partenkirchen bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 51,1 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 146,2 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 33,7 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Garmisch-Partenkirchen hochwassergefährdet?+
Ob Garmisch-Partenkirchen konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Garmisch-Partenkirchen vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Garmisch-Partenkirchen und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Wann gab es zuletzt Starkregen in Garmisch-Partenkirchen?+
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Garmisch-Partenkirchen am 2. September 2024 (45,7 mm in 2 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2001 52 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 144,0 mm in 1 h am 20. Juni 2012 (SRI 11).
Wie kann Garmisch-Partenkirchen ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Garmisch-Partenkirchen.
Sie sind Vertreter einer Kommune, eines Landkreises oder eines Unternehmens? Wir zeigen Ihnen Anbindung, Kosten und Fördermöglichkeiten für Garmisch-Partenkirchen.