Glashütte ist eine Kleinstadt in Sachsen und liegt auf rund 322 m ü. NN in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Brießnitzbach, unmittelbar im Ortsbereich.
Amtliche Warnlage für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 15:45 Uhr, Deutscher Wetterdienst
54,7 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
33,2 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
131,7 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
79,9 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Glashütte · örtliche Unsicherheit ±28 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Glashütte
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Glashütte verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 7 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2001–2022); das stärkste erreichte 70,7 mm in 6 h am 29. Juni 2021 (SRI 5). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Brießnitzbach mitten im Ort, das Gelände fällt 303 Meter.
Bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten. Überflutungen entstehen hier durch Kanalüberstau und ausufernde Gewässer gleichermaßen.
In Mittelgebirgslagen wie um Glashütte ist die Vorwarnzeit bei Starkregen besonders kurz: Zwischen Wolkenbruch am Oberlauf eines Bachs und Sturzflut im Ort liegen oft nur 30 bis 60 Minuten. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 33,2 mm in einer Stunde – eine Menge, die kleine Gewässer schnell anschwellen lässt.
In hügeligen Regionen wie um Glashütte führen Dauerregen oder rasche Schneeschmelze regelmäßig zu Hochwasser an kleineren Gewässern. Die kurze Fließzeit vom Oberlauf bis zur Ortslage macht eine frühzeitige Alarmierung besonders wichtig, um Einsatzkräften und Anwohnern Zeit für Schutzmaßnahmen zu verschaffen.
In Glashütte ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 303 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Glashütte rund 1.989 Gebäude mit Wohnraum und 3.521 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
4 → 6 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Auch in der Mittelgebirgsregion um Glashütte verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Das Rasterfeld zeigt diese Prägung deutlich – rund 42 % eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können in einer einzigen Stunde niedergehen, mit entsprechend kurzer Vorwarnzeit an Hanglagen.
Wie viel Regen ist in Glashütte statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Glashütte für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 54,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 54,7 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Glashütte in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
10,3
21,3
27,4
30,6
35,1
30 min
13,0
26,9
34,6
38,6
44,3
1 h
16,0
33,2
42,7
47,6
54,7
2 h
19,6
40,5
52,1
58,1
66,8
6 h
26,5
54,9
70,6
78,7
90,4
12 h
32,0
66,2
85,2
95,1
109,2
1 d
38,6
79,9
102,8
114,6
131,7
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Glashütte; örtliche Unsicherheit ±28 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Glashütte
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Glashütte fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Glashütte eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Glashütte
810,7 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Glashütte (im Ortsgebiet), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
4 → 6
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Glashütte erreicht im Mittel 810,7 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Glashütte (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit etwa im Bereich des Deutschlandmittels von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Glashütte zuletzt dokumentiert am 20. August 2022 mit 77,6 mm in 24 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 4 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 6 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Für Kommunen · Sachsen
Was Glashütte als Kommune leisten muss
Auch in Sachsen ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Glashütte zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.
Für Betriebe · Standortwarnung
Für Unternehmen in Glashütte
Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Glashütte – FAQ
Wie oft kommt es in Glashütte zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Glashütte zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 54,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Glashütte bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Glashütte bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 54,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 131,7 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 33,2 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Glashütte hochwassergefährdet?+
Ob Glashütte konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Glashütte vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Glashütte und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Glashütte am 20. August 2022 (77,6 mm in 24 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2001 7 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 70,7 mm in 6 h am 29. Juni 2021 (SRI 5).
Wie kann Glashütte ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Glashütte.