Görlitz ist eine Mittelstadt in Sachsen und liegt auf rund 205 m ü. NN in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Lausitzer Neiße, rund 0,5 km vom Ortszentrum entfernt.
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 22:06 Uhr, Deutscher Wetterdienst
48,7 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
30,2 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
115,5 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
71,5 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Görlitz · örtliche Unsicherheit ±25 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Görlitz
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Görlitz verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 4 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2007–2024); das stärkste erreichte 37,1 mm in 2 h am 26. Juni 2024 (SRI 3). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Lausitzer Neiße 0,5 km vom Ortszentrum entfernt, das Gelände fällt 69 Meter.
Bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten. Überflutungen entstehen hier durch Kanalüberstau und ausufernde Gewässer gleichermaßen.
In Mittelgebirgslagen wie um Görlitz ist die Vorwarnzeit bei Starkregen besonders kurz: Zwischen Wolkenbruch am Oberlauf eines Bachs und Sturzflut im Ort liegen oft nur 30 bis 60 Minuten. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 30,2 mm in einer Stunde – eine Menge, die kleine Gewässer schnell anschwellen lässt.
Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Görlitz können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.
In Görlitz ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 69 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Görlitz rund 8.270 Gebäude mit Wohnraum und 35.930 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
3 → 4 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Auch in der Mittelgebirgsregion um Görlitz verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Das Rasterfeld zeigt diese Prägung deutlich – rund 42 % eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können in einer einzigen Stunde niedergehen, mit entsprechend kurzer Vorwarnzeit an Hanglagen.
Wie viel Regen ist in Görlitz statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Görlitz für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 48,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 48,7 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Görlitz in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
9,9
19,5
24,8
27,5
31,4
30 min
12,5
24,5
31,2
34,6
39,6
1 h
15,4
30,2
38,4
42,6
48,7
2 h
18,7
36,7
46,7
51,9
59,3
6 h
25,2
49,5
62,9
69,9
79,9
12 h
30,3
59,5
75,7
84,1
96,1
1 d
36,4
71,5
91,0
101,0
115,5
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Görlitz; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Görlitz
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Görlitz fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Görlitz eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Görlitz
646,2 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Görlitz (3 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
3 → 4
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Görlitz erreicht im Mittel 646,2 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Görlitz (3 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Görlitz zuletzt dokumentiert am 26. Juni 2024 mit 37,1 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 3 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 4 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Für Kommunen · Sachsen
Was Görlitz als Kommune leisten muss
Auch in Sachsen ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Görlitz zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.
Für Betriebe · Standortwarnung
Für Unternehmen in Görlitz
Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Görlitz – FAQ
Wie oft kommt es in Görlitz zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Görlitz zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 48,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Görlitz bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Görlitz bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 48,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 115,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,2 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Görlitz hochwassergefährdet?+
Ob Görlitz konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Görlitz vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Görlitz und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Görlitz am 26. Juni 2024 (37,1 mm in 2 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2007 4 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 37,1 mm in 2 h am 26. Juni 2024 (SRI 3).
Wie kann Görlitz ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Görlitz.