Sachsen-Anhalt · Quetschengraben · ca. 18.747 Einwohner · AGS 15083298

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Hohe Börde

Hohe Börde ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und liegt auf rund 128 m ü. NN in einer norddeutschen Tiefebene. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Quetschengraben, unmittelbar im Ortsbereich. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

45,9 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

28,6 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

90,0 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

56,0 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Hohe Börde · örtliche Unsicherheit ±24 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Hohe Börde

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Hohe Börde verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 12 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2003–2023); das stärkste erreichte 62,7 mm in 2 h am 5. Juni 2021 (SRI 7). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 17. August 2023jüngstes

    41,2 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 15. August 2022

    36,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 26. September 2021

    43,5 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 5. Juni 2021stärkstes

    62,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 46 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 22. Juni 2017

    65,0 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 37 Jahre · betroffene Fläche 103 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 16. Dezember 2011

    44,3 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 4. September 2011

    50,9 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 35 Jahre · betroffene Fläche 91 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 23. August 2011

    37,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 17 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
4 weitere Ereignisse anzeigenWeniger anzeigen
  1. 22. Juli 2007

    40,9 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 26. Mai 2007

    44,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 85 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 25. Juni 2005

    50,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 24. Juli 2003

    39,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 23 Jahre · betroffene Fläche 23 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Hohe Börde

Die Tiefebene rund um Hohe Börde ist überwiegend durch landwirtschaftliche Flächen und ein engmaschiges Grabennetz geprägt. Bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis sind nach KOSTRA-DWD-2020 rund 90,0 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – eine Menge, die Gräben und Kanalisation gleichermaßen überlasten kann.

Hochwasser in Hohe Börde

In der Tiefebene um Hohe Börde steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Magdeburg-Buckau (Elbe, 12,0 km): 76 cm (Stand 04:30 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Hohe Börde

In und um Hohe Börde sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 60 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Hohe Börde rund 6.402 Gebäude mit Wohnraum und 9.294 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Hohe Börde ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel trifft die Tiefebene um Hohe Börde an beiden Enden der Skala. Aufschlussreich ist der Abstand zwischen häufigem und seltenem Ereignis: Der 100-jährliche Stundenwert liegt nach KOSTRA-DWD-2020 beim 1,6-Fache des 10-jährlichen – Kanalnetze und Gräben, die für den Regelfall bemessen sind, geraten bei solchen Lagen an ihre Grenze.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Hohe Börde statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Hohe Börde für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 45,9 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 45,9 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Hohe Börde in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,119,424,727,431,2
30 min12,424,030,433,738,5
1 h14,828,636,240,245,9
2 h17,333,542,447,153,7
6 h21,842,253,659,467,9
12 h25,248,761,868,578,2
1 d29,056,071,178,890,0

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Hohe Börde; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Hohe Börde

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Hohe Börde fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Hohe Börde eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Hohe Börde

547,5 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Niederndodeleben (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Hohe Börde erreicht im Mittel 547,5 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Niederndodeleben (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Hohe Börde zuletzt dokumentiert am 17. August 2023 mit 41,2 mm in 4 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Hohe Börde – FAQ

Wie oft kommt es in Hohe Börde zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Hohe Börde zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 45,9 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Hohe Börde bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Hohe Börde bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 45,9 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 90,0 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,6 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Hohe Börde hochwassergefährdet?+

Ob Hohe Börde konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Hohe Börde vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Hohe Börde und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Hohe Börde?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Hohe Börde am 17. August 2023 (41,2 mm in 4 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2003 12 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 62,7 mm in 2 h am 5. Juni 2021 (SRI 7).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Für Kommunen · Sachsen-Anhalt

Was Hohe Börde als Kommune leisten muss

Auch in Sachsen-Anhalt ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Hohe Börde zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Hohe Börde – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

Erstgespräch anfragen Mehr zum Flutwarnsystem

Kostenlos & unverbindlich
Antwort innerhalb eines Werktags