Sachsen-Anhalt · Quetschengraben · ca. 18.747 Einwohner · AGS 15083298
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Hohe Börde
Hohe Börde ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
45,9 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
90,0 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
28,6 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
346,7
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Hohe Börde · örtliche Unsicherheit ±24 %
Starkregen in Hohe Börde
Die Tiefebene rund um Hohe Börde ist überwiegend durch landwirtschaftliche Flächen und ein engmaschiges Grabennetz geprägt. Bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis sind nach KOSTRA-DWD-2020 rund 90,0 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – eine Menge, die Gräben und Kanalisation gleichermaßen überlasten kann.
Hochwasser in Hohe Börde
Hochwasser in und um Hohe Börde entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Quetschengraben (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).
Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Magdeburg-Buckau (Elbe, 12,0 km): 81 cm (Stand 23:30 Uhr; PEGELONLINE/WSV).
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt
Überflutungsrisiko in Hohe Börde
In und um Hohe Börde sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.
Das Ortszentrum liegt auf rund 128 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 60 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Hohe Börde rund 6.402 Gebäude mit Wohnraum und 9.294 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
In der Region um Hohe Börde verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Hohe Börde statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Hohe Börde für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 45,9 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 45,9 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 10,1 | 19,4 | 24,7 | 27,4 | 31,2 |
| 30 min | 12,4 | 24,0 | 30,4 | 33,7 | 38,5 |
| 1 h | 14,8 | 28,6 | 36,2 | 40,2 | 45,9 |
| 2 h | 17,3 | 33,5 | 42,4 | 47,1 | 53,7 |
| 6 h | 21,8 | 42,2 | 53,6 | 59,4 | 67,9 |
| 12 h | 25,2 | 48,7 | 61,8 | 68,5 | 78,2 |
| 1 d | 29,0 | 56,0 | 71,1 | 78,8 | 90,0 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Hohe Börde; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Hohe Börde
547,5 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Niederndodeleben (4 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
3 → 3
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Hohe Börde erreicht im Mittel 547,5 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Niederndodeleben (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Hohe Börde zuletzt dokumentiert am 7. Juli 2025 mit 22,4 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Hohe Börde
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Hohe Börde verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 16 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2003–2025); das stärkste erreichte 62,7 mm in 2 h am 5. Juni 2021 (SRI 7).
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7. Juli 2025
22,4 mm in 1 h
SRI 2 · Starkregen -
16. August 2023
41,2 mm in 4 h
SRI 3 · intensiver Starkregen -
26. September 2021
43,5 mm in 6 h
SRI 3 · intensiver Starkregen -
5. Juni 2021
62,7 mm in 2 h
SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen -
15. August 2020
21,9 mm in 1 h
SRI 2 · Starkregen -
10. August 2017
32,1 mm in 2 h
SRI 2 · Starkregen -
22. Juni 2017
65,0 mm in 12 h
SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen -
4. August 2014
28,4 mm in 1 h
SRI 2 · Starkregen -
16. Dezember 2011
44,3 mm in 9 h
SRI 2 · Starkregen -
1. Juli 2009
29,4 mm in 1 h
SRI 3 · intensiver Starkregen -
26. Juli 2008
24,8 mm in 1 h
SRI 2 · Starkregen -
24. August 2007
30,9 mm in 1 h
SRI 3 · intensiver Starkregen -
21. Juli 2007
56,6 mm in 6 h
SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen -
26. Mai 2007
44,1 mm in 1 h
SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen -
25. Juni 2005
50,2 mm in 1 h
SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen -
24. Juli 2003
32,4 mm in 1 h
SRI 3 · intensiver Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Hohe Börde – FAQ
Wie oft kommt es in Hohe Börde zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Hohe Börde zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 45,9 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Hohe Börde bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Hohe Börde bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 45,9 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 90,0 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,6 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Hohe Börde hochwassergefährdet?
Ob Hohe Börde konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Hohe Börde vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Hohe Börde und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Hohe Börde?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Hohe Börde am 7. Juli 2025 (22,4 mm in 1 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2003 16 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 62,7 mm in 2 h am 5. Juni 2021 (SRI 7).
Für Kommunen · Sachsen-Anhalt
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Sachsen-Anhalt aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Hohe Börde – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.