Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Niedere Börde
Niedere Börde ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und liegt auf rund 59 m ü. NN in einer norddeutschen Tiefebene. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Siegrinne, unmittelbar im Ortsbereich.
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 01:17 Uhr, Deutscher Wetterdienst
45,6 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
28,4 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
91,5 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
57,0 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Niedere Börde · örtliche Unsicherheit ±26 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Niedere Börde
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Niedere Börde verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 6 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2023); das stärkste erreichte 73,4 mm in 2 h am 12. Juli 2019 (SRI 8). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Siegrinne mitten im Ort, das Gelände fällt 76 Meter.
Bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten. Überflutungen entstehen hier durch Kanalüberstau und ausufernde Gewässer gleichermaßen.
Ortszentrum
59 m ü. NN
Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis
76 m
Gebäude mit Wohnraum
2.533
Pegel Haldensleben, Mittellandkanal, 9,4 km entfernt
Starkregen in Niedere Börde entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 28,4 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.
Hochwasser in und um Niedere Börde entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.
Überflutungsschwerpunkte in Niedere Börde liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 76 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Niedere Börde rund 2.533 Gebäude mit Wohnraum und 3.449 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
3 → 3 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
In der Region um Niedere Börde verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden nehmen plötzlichen Starkregen schlechter auf – und rund 50 % der Menge eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können hier innerhalb einer Stunde fallen.
Wie viel Regen ist in Niedere Börde statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Niedere Börde für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 45,6 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 45,6 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Niedere Börde in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
10,0
19,3
24,5
27,2
31,0
30 min
12,3
23,8
30,1
33,4
38,2
1 h
14,7
28,4
36,0
39,9
45,6
2 h
17,3
33,4
42,3
47,0
53,6
6 h
22,0
42,5
53,9
59,8
68,2
12 h
25,5
49,2
62,4
69,2
79,0
1 d
29,5
57,0
72,2
80,1
91,5
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Niedere Börde; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Niedere Börde
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Niedere Börde fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Niedere Börde eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Niedere Börde
518,0 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Samswegen (4 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
3 → 3
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Niedere Börde erreicht im Mittel 518,0 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Samswegen (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Niedere Börde zuletzt dokumentiert am 17. August 2023 mit 36,3 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Für Kommunen · Sachsen-Anhalt
Was Niedere Börde als Kommune leisten muss
Auch in Sachsen-Anhalt ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Niedere Börde zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.
Für Betriebe · Standortwarnung
Für Unternehmen in Niedere Börde
Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Niedere Börde – FAQ
Wie oft kommt es in Niedere Börde zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Niedere Börde zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 45,6 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Niedere Börde bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Niedere Börde bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 45,6 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 91,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,4 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Niedere Börde hochwassergefährdet?+
Ob Niedere Börde konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Niedere Börde vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Niedere Börde und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Niedere Börde am 17. August 2023 (36,3 mm in 2 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 6 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 73,4 mm in 2 h am 12. Juli 2019 (SRI 8).
Wie kann Niedere Börde ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Niedere Börde.
Sie sind Vertreter einer Kommune, eines Landkreises oder eines Unternehmens? Wir zeigen Ihnen Anbindung, Kosten und Fördermöglichkeiten für Niedere Börde.