Sachsen-Anhalt · Löpsche · ca. 6.571 Einwohner · AGS 15086080

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Jerichow

Jerichow ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

44,9 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

93,2 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

27,8 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

334,4

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Jerichow · örtliche Unsicherheit ±26 %

Starkregen in Jerichow

Jerichow liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 44,9 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.

Hochwasser in Jerichow

In der Tiefebene um Jerichow steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Löpsche (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Tangermünde (Elbe, 5,8 km): 110 cm (Stand 22:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Jerichow

Überflutungsschwerpunkte in Jerichow liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Das Ortszentrum liegt auf rund 37 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 8 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Jerichow rund 2.765 Gebäude mit Wohnraum und 3.591 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Jerichow verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Jerichow statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Jerichow für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 44,9 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 44,9 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Jerichow in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,518,623,726,330,1
30 min11,823,129,432,737,3
1 h14,227,835,439,344,9
2 h16,833,041,946,653,2
6 h21,742,454,059,968,5
12 h25,349,663,070,080,0
1 d29,557,873,481,693,2

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Jerichow; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Jerichow

548,5 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Jerichow (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

2 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Jerichow erreicht im Mittel 548,5 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Jerichow (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Jerichow zuletzt dokumentiert am 26. August 2022 mit 42,8 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 2 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 3 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Jerichow

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Jerichow verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 21 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2022); das stärkste erreichte 116,3 mm in 1 h am 30. Mai 2018 (SRI 11).

  1. 26. August 2022

    42,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 30 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 5. August 2021

    31,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 16 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 12. Juni 2019

    44,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 83 Jahre · betroffene Fläche 46 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 10. Juni 2018

    50,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 80 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 1. Juni 2018

    39,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 53 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 30. Mai 2018

    116,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit weit über 100 Jahre · betroffene Fläche 75 km²

    SRI 11 · extremer Starkregen
  7. 13. Juni 2016

    34,1 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  8. 15. August 2015

    26,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 13. Juni 2015

    48,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 55 Jahre · betroffene Fläche 236 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  10. 12. Mai 2015

    28,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen
  11. 3. August 2014

    69,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit weit über 100 Jahre · betroffene Fläche 62 km²

    SRI 9 · extremer Starkregen
  12. 9. Mai 2013

    30,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  13. 18. Juli 2009

    28,9 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 1 · Starkregen
  14. 21. Juni 2007

    30,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 69 km²

    SRI 2 · Starkregen
  15. 15. Juni 2007

    59,2 mm in 18 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 82 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  16. 15. Juni 2007

    56,4 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 61 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  17. 12. Juni 2007

    38,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 42 Jahre · betroffene Fläche 86 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  18. 6. Juli 2006

    37,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 37 Jahre · betroffene Fläche 58 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  19. 5. Juni 2003

    23,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 2 · Starkregen
  20. 8. August 2002

    29,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 25 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  21. 20. Juni 2002

    28,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Jerichow – FAQ

Wie oft kommt es in Jerichow zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Jerichow zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 44,9 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Jerichow bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Jerichow bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 44,9 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 93,2 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 27,8 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Jerichow hochwassergefährdet?+

Ob Jerichow konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Jerichow vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Jerichow und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Jerichow?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Jerichow am 26. August 2022 (42,8 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 21 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 116,3 mm in 1 h am 30. Mai 2018 (SRI 11).

Für Kommunen · Sachsen-Anhalt

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Sachsen-Anhalt aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Jerichow – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.