Baden-Württemberg · Köhlgartenwiese · ca. 2.970 Einwohner · AGS 08336107

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Kleines Wiesental

Kleines Wiesental ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

50,8 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

140,0 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

32,9 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

352,2

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Kleines Wiesental · örtliche Unsicherheit ±28 %

Starkregen in Kleines Wiesental

Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Kleines Wiesental für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 140,0 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.

Hochwasser in Kleines Wiesental

Hochwasser ist im alpennahen Süden Deutschlands, wo auch Kleines Wiesental liegt, ein wiederkehrendes Thema: Alpines Schmelzwasser und intensive Dauerregenlagen können Flüsse rasch anschwellen lassen. Wie stark ein konkretes Grundstück betroffen ist, hängt von der Nähe zu Gewässern und deren Ausbauzustand ab.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Köhlgartenwiese (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Rheinweiler (Rhein, 18,9 km): 220 cm (Stand 22:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Kleines Wiesental

Die hohe Versiegelung vieler Orte im süddeutschen Raum, zu denen auch Kleines Wiesental zählt, verschärft das Überflutungsrisiko bei Starkregen: Regenwasser kann kaum versickern und sammelt sich in Senken, Unterführungen und Kellern. Kanalnetze sind meist auf deutlich seltenere Ereignisse ausgelegt, als sie hier statistisch vorkommen.

Das Ortszentrum liegt auf rund 434 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 493 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Kleines Wiesental rund 994 Gebäude mit Wohnraum und 1.504 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Kleines Wiesental zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Kleines Wiesental statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Kleines Wiesental für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 50,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 50,8 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Kleines Wiesental in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min11,720,625,528,131,7
30 min14,826,232,435,740,4
1 h18,732,940,844,950,8
2 h23,441,251,156,263,6
6 h33,258,572,579,890,2
12 h41,472,990,499,5112,4
1 d51,590,8112,6123,9140,0

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Kleines Wiesental; örtliche Unsicherheit ±28 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Kleines Wiesental

1.472,4 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Sallneck (2 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

18 → 15

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Kleines Wiesental erreicht im Mittel 1.472,4 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Sallneck (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Kleines Wiesental zuletzt dokumentiert am 17. August 2022 mit 24,0 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 18 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 15 Tage (1991–2020) zurückgegangen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Kleines Wiesental

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Kleines Wiesental verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 16 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2003–2022); das stärkste erreichte 72,8 mm in 3 h am 4. Juni 2018 (SRI 7).

  1. 17. August 2022

    24,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 1 · Starkregen
  2. 30. August 2020

    48,6 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 1. August 2020

    26,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 2 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 1 · Starkregen
  4. 5. März 2020

    63,8 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 29. August 2018

    31,6 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 25 km²

    SRI 2 · Starkregen
  6. 4. Juni 2018

    72,8 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 153 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  7. 8. Juni 2016

    27,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 28. Juli 2014

    36,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 16 Jahre · betroffene Fläche 19 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  9. 4. August 2013

    47,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 66 Jahre · betroffene Fläche 65 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  10. 14. August 2010

    103,4 mm in 72 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 231 km²

    SRI 2 · Starkregen
  11. 31. August 2008

    33,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 43 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  12. 21. April 2008

    76,8 mm in 24 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 107 km²

    SRI 2 · Starkregen
  13. 14. Juli 2006

    49,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 88 Jahre · betroffene Fläche 60 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  14. 29. Juni 2006

    37,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 20 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  15. 7. Juni 2003

    36,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 16 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  16. 28. Mai 2003

    47,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 67 Jahre · betroffene Fläche 27 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Kleines Wiesental – FAQ

Wie oft kommt es in Kleines Wiesental zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Kleines Wiesental zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 50,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Kleines Wiesental bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Kleines Wiesental bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 50,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 140,0 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 32,9 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Kleines Wiesental hochwassergefährdet?+

Ob Kleines Wiesental konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Baden-Württemberg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Kleines Wiesental vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Kleines Wiesental und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Kleines Wiesental?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Kleines Wiesental am 17. August 2022 (24,0 mm in 1 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2003 16 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 72,8 mm in 3 h am 4. Juni 2018 (SRI 7).

Für Kommunen · Baden-Württemberg

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Baden-Württemberg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Kleines Wiesental – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.