Saarland · Saarbach · ca. 10.844 Einwohner · AGS 10045116

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Mandelbachtal

Mandelbachtal ist eine Kleinstadt in Saarland und liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

42,6 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

101,5 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

27,3 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

314,4

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Mandelbachtal · örtliche Unsicherheit ±25 %

Starkregen in Mandelbachtal

Mandelbachtal liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion, in der sich Gewitterzellen an den Hängen stauen und lokal sehr hohe Regenmengen abregnen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 42,6 mm in einer Stunde möglich – in engen Tälern kann das Wasser dabei innerhalb weniger Minuten von Hang zu Ortslage fließen.

Hochwasser in Mandelbachtal

In hügeligen Regionen wie um Mandelbachtal führen Dauerregen oder rasche Schneeschmelze regelmäßig zu Hochwasser an kleineren Gewässern. Die kurze Fließzeit vom Oberlauf bis zur Ortslage macht eine frühzeitige Alarmierung besonders wichtig, um Einsatzkräften und Anwohnern Zeit für Schutzmaßnahmen zu verschaffen.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Saarbach (ca. 0,9 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Sankt Arnual (Saar, 8,7 km): 201 cm (Stand 00:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Mandelbachtal

In Mandelbachtal ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.

Das Ortszentrum liegt auf rund 296 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 159 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Mandelbachtal rund 4.160 Gebäude mit Wohnraum und 5.536 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Auch in der Mittelgebirgsregion um Mandelbachtal verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Kommunen in ganz Deutschland sind mittlerweile verpflichtet, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf diese Entwicklung.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Mandelbachtal statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Mandelbachtal für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 42,6 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 42,6 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Mandelbachtal in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,918,122,624,928,3
30 min12,322,327,930,834,9
1 h15,027,334,137,642,6
2 h18,233,141,345,651,7
6 h24,544,655,761,569,8
12 h29,653,867,274,284,2
1 d35,764,981,089,4101,5

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Mandelbachtal; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Mandelbachtal

861,0 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Saarbrücken-Ensheim (3 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

6 → 6

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Mandelbachtal erreicht im Mittel 861,0 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Saarbrücken-Ensheim (3 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Mandelbachtal zuletzt dokumentiert am 9. Juni 2018 mit 36,3 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 6 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Mandelbachtal

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Mandelbachtal verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 11 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2006–2018); das stärkste erreichte 79,3 mm in 1 h am 13. Juli 2006 (SRI 10).

  1. 9. Juni 2018

    36,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 39 Jahre · betroffene Fläche 27 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 15. Juni 2017

    66,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 150 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  3. 2. Juni 2017

    33,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 30. Mai 2017

    35,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 33 Jahre · betroffene Fläche 61 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 13. Mai 2016

    33,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 25 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  6. 28. Juni 2012

    45,6 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 46 Jahre · betroffene Fläche 50 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  7. 4. Juli 2010

    32,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 21 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  8. 4. Juli 2010

    38,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 54 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  9. 9. Juni 2007

    41,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 27 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  10. 13. Juli 2006

    79,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit weit über 100 Jahre · betroffene Fläche 167 km²

    SRI 10 · extremer Starkregen
  11. 29. Juni 2006

    62,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit weit über 100 Jahre · betroffene Fläche 71 km²

    SRI 9 · extremer Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Mandelbachtal – FAQ

Wie oft kommt es in Mandelbachtal zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Mandelbachtal zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 42,6 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Mandelbachtal bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Mandelbachtal bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 42,6 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 101,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 27,3 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Mandelbachtal hochwassergefährdet?+

Ob Mandelbachtal konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Saarland zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Mandelbachtal vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Mandelbachtal und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Mandelbachtal?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Mandelbachtal am 9. Juni 2018 (36,3 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2006 11 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 79,3 mm in 1 h am 13. Juli 2006 (SRI 10).

Für Kommunen · Saarland

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Saarland aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Mandelbachtal – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.