Brandenburg · Markendorfer Graben · ca. 3.021 Einwohner · AGS 12072298

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Niederer Fläming

Niederer Fläming ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

48,8 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

99,5 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

30,1 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

368,9

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Niederer Fläming · örtliche Unsicherheit ±25 %

Starkregen in Niederer Fläming

Niederer Fläming liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 48,8 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.

Hochwasser in Niederer Fläming

Hochwasser in und um Niederer Fläming entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Markendorfer Graben (ca. 4,8 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Niederer Fläming

In und um Niederer Fläming sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Das Ortszentrum liegt auf rund 102 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 25 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Niederer Fläming rund 1.181 Gebäude mit Wohnraum und 1.561 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Niederer Fläming verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Niederer Fläming statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Niederer Fläming für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 48,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 48,8 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Niederer Fläming in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,420,526,129,133,2
30 min12,725,232,135,740,8
1 h15,230,138,442,748,8
2 h18,035,545,250,357,5
6 h23,045,457,964,373,6
12 h26,752,867,374,885,6
1 d31,161,478,287,099,5

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Niederer Fläming; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Niederer Fläming

548,3 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Reinsdorf, Kreis Teltow-Fläming (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Niederer Fläming erreicht im Mittel 548,3 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Reinsdorf, Kreis Teltow-Fläming (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Niederer Fläming zuletzt dokumentiert am 19. Juni 2021 mit 52,2 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Niederer Fläming

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Niederer Fläming verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 14 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2005–2021); das stärkste erreichte 52,2 mm in 1 h am 19. Juni 2021 (SRI 7).

  1. 19. Juni 2021

    52,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 49 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 18. Juni 2020

    33,5 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 18. Juni 2020

    51,9 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 28 Jahre · betroffene Fläche 57 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  4. 29. Juli 2019

    43,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 52 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 19. Juni 2019

    47,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 35 Jahre · betroffene Fläche 34 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 10. August 2017

    25,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 21 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 29. Juli 2014

    25,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 24. August 2011

    24,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 16. Juli 2010

    45,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 31 Jahre · betroffene Fläche 144 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  10. 4. Juli 2010

    40,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 17 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  11. 26. Mai 2009

    28,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 19 km²

    SRI 2 · Starkregen
  12. 20. August 2007

    41,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 20 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  13. 6. Juli 2006

    31,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 19 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  14. 10. Juli 2005

    28,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Niederer Fläming – FAQ

Wie oft kommt es in Niederer Fläming zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Niederer Fläming zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 48,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Niederer Fläming bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Niederer Fläming bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 48,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 99,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,1 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Niederer Fläming hochwassergefährdet?+

Ob Niederer Fläming konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Niederer Fläming vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Niederer Fläming und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Niederer Fläming?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Niederer Fläming am 19. Juni 2021 (52,2 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2005 14 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 52,2 mm in 1 h am 19. Juni 2021 (SRI 7).

Für Kommunen · Brandenburg

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Brandenburg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Niederer Fläming – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.