Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Pfullingen
Pfullingen ist eine Kleinstadt in Baden-Württemberg und liegt auf rund 427 m ü. NN in einer süddeutschen, alpennahen Region. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Echaz, unmittelbar im Ortsbereich.
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 17:13 Uhr, Deutscher Wetterdienst
47,7 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
30,6 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
110,2 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
70,7 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Pfullingen · örtliche Unsicherheit ±26 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Pfullingen
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Pfullingen verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 3 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2014–2017); das stärkste erreichte 60,8 mm in 1 h am 6. Juli 2017 (SRI 8). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten. Überflutungen entstehen hier durch Kanalüberstau und ausufernde Gewässer gleichermaßen.
Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Pfullingen für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 110,2 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.
Im süddeutschen, alpennahen Raum um Pfullingen können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.
Die hohe Versiegelung vieler Orte im süddeutschen Raum, zu denen auch Pfullingen zählt, verschärft das Überflutungsrisiko bei Starkregen: Regenwasser kann kaum versickern und sammelt sich in Senken, Unterführungen und Kellern. Kanalnetze sind meist auf deutlich seltenere Ereignisse ausgelegt, als sie hier statistisch vorkommen.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 342 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Pfullingen rund 4.466 Gebäude mit Wohnraum und 9.124 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
5 → 7 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Die konvektionsreiche Lage um Pfullingen macht den Abstand zwischen Alltag und Extremfall besonders spürbar: Nach KOSTRA-DWD-2020 erreicht der 100-jährliche Stundenwert das 1,6-Fache des 10-jährlichen. Hitze- und Trockenperioden nehmen parallel zu und verschlechtern die Aufnahmefähigkeit der Böden zusätzlich.
Wie viel Regen ist in Pfullingen statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Pfullingen für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 47,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 47,7 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Pfullingen in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
10,6
19,2
23,9
26,4
29,9
30 min
13,7
24,6
30,7
33,9
38,4
1 h
16,9
30,6
38,1
42,1
47,7
2 h
20,6
37,2
46,4
51,1
58,0
6 h
27,5
49,7
62,0
68,3
77,5
12 h
32,9
59,3
74,0
81,6
92,5
1 d
39,2
70,7
88,2
97,2
110,2
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Pfullingen; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Pfullingen
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Pfullingen fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Pfullingen eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Pfullingen
981,5 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Eningen (5 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
5 → 7
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Pfullingen erreicht im Mittel 981,5 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Eningen (5 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Pfullingen zuletzt dokumentiert am 6. Juli 2017 mit 60,8 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 5 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 7 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Für Kommunen · Baden-Württemberg
Was Pfullingen als Kommune leisten muss
Auch in Baden-Württemberg ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Pfullingen zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.
Für Betriebe · Standortwarnung
Für Unternehmen in Pfullingen
Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Pfullingen – FAQ
Wie oft kommt es in Pfullingen zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Pfullingen zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 47,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Pfullingen bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Pfullingen bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 47,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 110,2 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,6 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Pfullingen hochwassergefährdet?+
Ob Pfullingen konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Baden-Württemberg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Pfullingen vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Pfullingen und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Pfullingen am 6. Juli 2017 (60,8 mm in 1 h, extremer Starkregen). Insgesamt sind seit 2014 3 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 60,8 mm in 1 h am 6. Juli 2017 (SRI 8).
Wie kann Pfullingen ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Pfullingen.
Sie sind Vertreter einer Kommune, eines Landkreises oder eines Unternehmens? Wir zeigen Ihnen Anbindung, Kosten und Fördermöglichkeiten für Pfullingen.