Nordrhein-Westfalen · Nette · ca. 8.217 Einwohner · AGS 05154060

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Wachtendonk

Wachtendonk ist eine Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen und liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

38,9 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

86,8 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

25,0 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

292,2

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Wachtendonk · örtliche Unsicherheit ±23 %

Starkregen in Wachtendonk

In Mittelgebirgslagen wie um Wachtendonk ist die Vorwarnzeit bei Starkregen besonders kurz: Zwischen Wolkenbruch am Oberlauf eines Bachs und Sturzflut im Ort liegen oft nur 30 bis 60 Minuten. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 25,0 mm in einer Stunde – eine Menge, die kleine Gewässer schnell anschwellen lässt.

Hochwasser in Wachtendonk

In hügeligen Regionen wie um Wachtendonk führen Dauerregen oder rasche Schneeschmelze regelmäßig zu Hochwasser an kleineren Gewässern. Die kurze Fließzeit vom Oberlauf bis zur Ortslage macht eine frühzeitige Alarmierung besonders wichtig, um Einsatzkräften und Anwohnern Zeit für Schutzmaßnahmen zu verschaffen.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Nette (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Wachtendonk

In Wachtendonk ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.

Das Ortszentrum liegt auf rund 30 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 21 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Wachtendonk rund 2.561 Gebäude mit Wohnraum und 3.704 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Auch in der Mittelgebirgsregion um Wachtendonk verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Kommunen in ganz Deutschland sind mittlerweile verpflichtet, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf diese Entwicklung.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Wachtendonk statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Wachtendonk für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 38,9 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 38,9 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Wachtendonk in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,517,021,123,226,3
30 min11,620,725,828,532,2
1 h14,025,031,234,338,9
2 h16,830,037,341,146,5
6 h22,139,649,254,361,4
12 h26,347,058,664,573,1
1 d31,355,969,676,786,8

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Wachtendonk; örtliche Unsicherheit ±23 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Wachtendonk

729,6 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Straelen (6 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 4

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Wachtendonk erreicht im Mittel 729,6 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Straelen (6 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Wachtendonk zuletzt dokumentiert am 27. Juli 2012 mit 37,9 mm in 6 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 3 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 4 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Wachtendonk

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Wachtendonk verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 4 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2005–2012); das stärkste erreichte 25,0 mm in 1 h am 27. Juli 2010 (SRI 3).

  1. 27. Juli 2012

    37,9 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 37 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 27. Juli 2010

    25,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 29. Juli 2007

    28,3 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 42 km²

    SRI 2 · Starkregen
  4. 29. Juli 2005

    21,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Wachtendonk – FAQ

Wie oft kommt es in Wachtendonk zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Wachtendonk zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 38,9 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Wachtendonk bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Wachtendonk bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 38,9 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 86,8 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 25,0 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Wachtendonk hochwassergefährdet?+

Ob Wachtendonk konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Nordrhein-Westfalen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Wachtendonk vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Wachtendonk und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Wachtendonk?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Wachtendonk am 27. Juli 2012 (37,9 mm in 6 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2005 4 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 25,0 mm in 1 h am 27. Juli 2010 (SRI 3).

Für Kommunen · Nordrhein-Westfalen

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 und die NRW-Arbeitshilfe zum kommunalen Starkregenrisikomanagement beschreiben den anerkannten Handlungspfad: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Nordrhein-Westfalen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Wachtendonk – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.