Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Kaldenkirchen
Kaldenkirchen ist eine Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen und liegt auf rund 49 m ü. NN in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Königsbach, rund 1,0 km vom Ortszentrum entfernt.
In Mittelgebirgslagen wie um Kaldenkirchen ist die Vorwarnzeit bei Starkregen besonders kurz: Zwischen Wolkenbruch am Oberlauf eines Bachs und Sturzflut im Ort liegen oft nur 30 bis 60 Minuten. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 24,8 mm in einer Stunde – eine Menge, die kleine Gewässer schnell anschwellen lässt.
Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Kaldenkirchen können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.
In Kaldenkirchen ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 26 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).
4 → 4 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Kommunen sind mittlerweile gehalten, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf die Entwicklung, die auch Kaldenkirchen betrifft. Wie groß der Sprung vom Planungsalltag zum Extremfall ist, zeigen die Bemessungswerte: Der 100-jährliche Stundenwert erreicht das 1,5-Fache des 10-jährlichen.
Wie viel Regen ist in Kaldenkirchen statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Kaldenkirchen für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 38,4 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 38,4 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Kaldenkirchen in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
9,2
16,4
20,4
22,5
25,4
30 min
11,5
20,4
25,4
28,0
31,6
1 h
14,0
24,8
30,8
34,0
38,4
2 h
16,7
29,8
37,0
40,7
46,1
6 h
22,1
39,2
48,7
53,7
60,7
12 h
26,2
46,5
57,8
63,6
72,0
1 d
31,0
55,1
68,4
75,4
85,3
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Kaldenkirchen; örtliche Unsicherheit ±23 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Kaldenkirchen
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Kaldenkirchen fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Kaldenkirchen eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Kaldenkirchen
756,0 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Nettetal-Hülst (2 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
4 → 4
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Kaldenkirchen erreicht im Mittel 756,0 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Nettetal-Hülst (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 4 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Für Kommunen · Nordrhein-Westfalen
Was Kaldenkirchen als Kommune leisten muss
Auch in Nordrhein-Westfalen ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Kaldenkirchen zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.
Für Betriebe · Standortwarnung
Für Unternehmen in Kaldenkirchen
Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Kaldenkirchen – FAQ
Wie oft kommt es in Kaldenkirchen zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Kaldenkirchen zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 38,4 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Kaldenkirchen bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Kaldenkirchen bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 38,4 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 85,3 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 24,8 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Kaldenkirchen hochwassergefährdet?+
Ob Kaldenkirchen konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Nordrhein-Westfalen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Kaldenkirchen vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Kaldenkirchen und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Wie kann Kaldenkirchen ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Kaldenkirchen.
Sie sind Vertreter einer Kommune, eines Landkreises oder eines Unternehmens? Wir zeigen Ihnen Anbindung, Kosten und Fördermöglichkeiten für Kaldenkirchen.