Schleswig-Holstein · Buerwischbek · ca. 1.091 Einwohner · AGS 01060101

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Wittenborn

Wittenborn ist eine Gemeinde in Schleswig-Holstein und liegt in einer norddeutschen Küstenregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

37,6 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

92,5 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

24,1 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

276,7

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Wittenborn · örtliche Unsicherheit ±23 %

Starkregen in Wittenborn

In und um Wittenborn können sich sommerliche Schauer und Gewitter durch die Nähe zum Meer rasch verstärken. Die KOSTRA-DWD-2020-Daten weisen für ein 100-jährliches Ereignis rund 92,5 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden aus – deutlich mehr, als die Entwässerungssysteme vieler flacher Küstenorte über einen so langen Zeitraum bewältigen können.

Hochwasser in Wittenborn

In flachen Küstenorten wie Wittenborn kann Hochwasser sowohl von der See als auch von Bächen und Kanälen im Hinterland ausgehen. Weil viele Flächen künstlich entwässert oder sogar gepumpt werden, wirkt sich jede Überlastung des Systems unmittelbar auf die Umgebung aus – ein Grund, warum Frühwarnung hier besonders wertvoll ist.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Buerwischbek (ca. 2,1 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Wittenborn

Überflutungen abseits von Gewässern entstehen in Wittenborn vor allem dort, wo Starkregen auf versiegelte, ebene Flächen trifft: in Unterführungen, Kellergeschossen und an Kanalisationstiefpunkten. Weil das Gefälle fehlt, das Wasser sonst rasch ableiten würde, sammelt es sich oft über längere Zeit in denselben Senken.

Das Ortszentrum liegt auf rund 34 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 47 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Wittenborn rund 354 Gebäude mit Wohnraum und 474 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Für Norddeutschland und damit auch für die Region um Wittenborn erwarten Klimamodelle des Deutschen Wetterdienstes intensivere Starkregenereignisse, mehr Winterniederschlag und einen steigenden Meeresspiegel, der Sturmfluten höher auflaufen lässt. Gleichzeitig zeigten die Sommer der vergangenen Jahre, dass auch der Norden zunehmend von Trockenperioden betroffen ist.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Wittenborn statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Wittenborn für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 37,6 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 37,6 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Wittenborn in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min8,916,019,922,024,9
30 min10,919,724,627,130,7
1 h13,424,130,133,237,6
2 h16,329,436,740,445,8
6 h22,340,250,155,262,6
12 h27,148,860,967,176,1
1 d33,059,474,081,692,5

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Wittenborn; örtliche Unsicherheit ±23 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Wittenborn

843,5 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Wittenborn (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 4

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Wittenborn erreicht im Mittel 843,5 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Wittenborn (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Wittenborn zuletzt dokumentiert am 30. Mai 2017 mit 29,2 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 3 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 4 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Wittenborn

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Wittenborn verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 2 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2011–2017); das stärkste erreichte 37,2 mm in 2 h am 6. Juni 2011 (SRI 5).

  1. 30. Mai 2017

    29,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 6. Juni 2011

    37,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 32 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Wittenborn – FAQ

Wie oft kommt es in Wittenborn zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Wittenborn zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 37,6 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Wittenborn bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Wittenborn bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 37,6 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 92,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 24,1 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Wittenborn hochwassergefährdet?+

Ob Wittenborn konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Schleswig-Holstein zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Wittenborn vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Wittenborn und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Wittenborn?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Wittenborn am 30. Mai 2017 (29,2 mm in 2 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2011 2 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 37,2 mm in 2 h am 6. Juni 2011 (SRI 5).

Für Kommunen · Schleswig-Holstein

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Schleswig-Holstein aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Wittenborn – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.