Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Nordwestuckermark
Nordwestuckermark ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt auf rund 63 m ü. NN in einer norddeutschen Tiefebene. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Schönmarkgraben, unmittelbar im Ortsbereich.
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 05:14 Uhr, Deutscher Wetterdienst
44,5 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
27,7 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
92,5 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
57,5 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Nordwestuckermark · örtliche Unsicherheit ±26 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Nordwestuckermark
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Nordwestuckermark verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 11 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2001–2021); das stärkste erreichte 56,1 mm in 1 h am 21. Juni 2001 (SRI 8). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Nordwestuckermark liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 44,5 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.
Hochwasser in und um Nordwestuckermark entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.
In und um Nordwestuckermark sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 32 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Nordwestuckermark rund 1.874 Gebäude mit Wohnraum und 2.690 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
2 → 2 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
In der Region um Nordwestuckermark verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden nehmen plötzlichen Starkregen schlechter auf – und rund 48 % der Menge eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können hier innerhalb einer Stunde fallen.
Wie viel Regen ist in Nordwestuckermark statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Nordwestuckermark für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 44,5 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 44,5 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Nordwestuckermark in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
9,8
19,1
24,2
26,9
30,7
30 min
11,9
23,2
29,4
32,7
37,3
1 h
14,2
27,7
35,1
39,0
44,5
2 h
16,8
32,7
41,5
46,0
52,5
6 h
21,6
42,1
53,4
59,3
67,7
12 h
25,3
49,2
62,5
69,3
79,2
1 d
29,6
57,5
73,0
81,0
92,5
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Nordwestuckermark; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Nordwestuckermark
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Nordwestuckermark fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Nordwestuckermark eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Nordwestuckermark
537,9 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Schönermark (2 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
2 → 2
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Nordwestuckermark erreicht im Mittel 537,9 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Schönermark (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Nordwestuckermark zuletzt dokumentiert am 4. November 2021 mit 58,2 mm in 18 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 2 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Für Kommunen · Brandenburg
Was Nordwestuckermark als Kommune leisten muss
Auch in Brandenburg ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Nordwestuckermark zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.
Für Betriebe · Standortwarnung
Für Unternehmen in Nordwestuckermark
Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Nordwestuckermark – FAQ
Wie oft kommt es in Nordwestuckermark zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Nordwestuckermark zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 44,5 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Nordwestuckermark bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Nordwestuckermark bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 44,5 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 92,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 27,7 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Nordwestuckermark hochwassergefährdet?+
Ob Nordwestuckermark konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Nordwestuckermark vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Nordwestuckermark und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Wann gab es zuletzt Starkregen in Nordwestuckermark?+
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Nordwestuckermark am 4. November 2021 (58,2 mm in 18 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2001 11 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 56,1 mm in 1 h am 21. Juni 2001 (SRI 8).
Wie kann Nordwestuckermark ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Nordwestuckermark.
Sie sind Vertreter einer Kommune, eines Landkreises oder eines Unternehmens? Wir zeigen Ihnen Anbindung, Kosten und Fördermöglichkeiten für Nordwestuckermark.