Brandenburg · Schönmarkgraben · ca. 4.097 Einwohner · AGS 12073429

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Nordwestuckermark

Nordwestuckermark ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

44,5 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

92,5 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

27,7 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

341,1

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Nordwestuckermark · örtliche Unsicherheit ±26 %

Starkregen in Nordwestuckermark

Nordwestuckermark liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 44,5 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.

Hochwasser in Nordwestuckermark

In der Tiefebene um Nordwestuckermark steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Schönmarkgraben (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Nordwestuckermark

Überflutungsschwerpunkte in Nordwestuckermark liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Das Ortszentrum liegt auf rund 63 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 32 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Nordwestuckermark rund 1.874 Gebäude mit Wohnraum und 2.690 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Nordwestuckermark verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Nordwestuckermark statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Nordwestuckermark für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 44,5 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 44,5 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Nordwestuckermark in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,819,124,226,930,7
30 min11,923,229,432,737,3
1 h14,227,735,139,044,5
2 h16,832,741,546,052,5
6 h21,642,153,459,367,7
12 h25,349,262,569,379,2
1 d29,657,573,081,092,5

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Nordwestuckermark; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Nordwestuckermark

537,9 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Schönermark (2 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

2 → 2

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Nordwestuckermark erreicht im Mittel 537,9 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Schönermark (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Nordwestuckermark zuletzt dokumentiert am 29. Juli 2023 mit 36,2 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 2 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Nordwestuckermark

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Nordwestuckermark verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 15 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2001–2023); das stärkste erreichte 56,1 mm in 1 h am 21. Juni 2001 (SRI 8).

  1. 29. Juli 2023

    36,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 17 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 19. Juni 2021

    48,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 68 Jahre · betroffene Fläche 33 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 2. Juni 2016

    23,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  4. 7. Juli 2012

    68,7 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 415 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 19. Mai 2011

    29,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 26 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 16. August 2010

    43,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 85 Jahre · betroffene Fläche 168 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  7. 22. Juli 2007

    33,8 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 22. Juli 2007

    33,9 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 44 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 18. August 2006

    60,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 639 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  10. 7. Juli 2006

    30,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  11. 16. Juni 2005

    28,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  12. 21. Juli 2002

    29,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  13. 18. September 2001

    53,8 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 20 Jahre · betroffene Fläche 121 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  14. 21. Juni 2001

    56,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 50 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  15. 31. Mai 2001

    38,5 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 28 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Nordwestuckermark – FAQ

Wie oft kommt es in Nordwestuckermark zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Nordwestuckermark zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 44,5 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Nordwestuckermark bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Nordwestuckermark bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 44,5 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 92,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 27,7 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Nordwestuckermark hochwassergefährdet?+

Ob Nordwestuckermark konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Nordwestuckermark vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Nordwestuckermark und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Nordwestuckermark?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Nordwestuckermark am 29. Juli 2023 (36,2 mm in 2 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2001 15 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 56,1 mm in 1 h am 21. Juni 2001 (SRI 8).

Für Kommunen · Brandenburg

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Brandenburg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Nordwestuckermark – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.